Theater von August v.[on] Kotzebue (Zehnter Band) — Leipzig/​Wien, 1840

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den Feuerkopfzum Liebling wählen, derAlles durcheinander
wirst, aber nichts wieder in Ordnung stellt.
Baron. Gnädigster Herr— ich bin so bewegt —komm'
her, Vetter— laß dich an mein Herz drücken! Auch ich habe
dir abzubitten. Ja, du bist ein wackerer Mensch, und ein
guter Oberforstmeister. Du verstehst Wälder anzupflanzen,
die ernst unsern Nachkommen Schatten und Warme geben
werden; jener Bube versteht nur Alles auszuwurzeln, was
unsern Vorfahren und uns Schatten und Warme gab.
Hans. Mein Gott, ich habe nichts gethan, und Sie
loben michAlle.
Baron. Weil du em löblicher Mensch bist. Ja, Hans,
du sollst mein Erbe werden, mein Schwiegersohn.
Hans. Oheim! — um Gotteswillen! ist das Ernst?
Baron. Ernst, Herr Oberforstmeister.
Hans. Wird Matchen wollen?
Baron. Den Hals drehe ich ihr um, wenn sie'noch
an dem Tollhäusler hangt.
Hans (ängstlich zu Matchen). Cousine — Schwester —
Matchen. Nichts mehr davon — (sie reicht ihm freundlich
die Hand). Dein Weib.
Hans (an ihre Brust sinkend). Ach! das verdien' ich nicht!
Baron. Verzeihen Ew. Durchlaucht, es ist wider den
Respekt.
Fürst. Was? — doch wohl nicht diese Scene? —Was
könnte einem Fürsten willkomm'ner sein, als das häusliche
Glück seiner Unterthanen!
(Der Vorhang fällt.)
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