Hinton, A. Horsley
Die Praxis der künstlerischen Photographie / von A. Horsley Hinton — Dresden, 1900

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nur Vergnügen aus dem ziehen, was sie von den Ge-
setzen, der Konstitution und den Anwendungen der Natur
zu lernen vermögen.
Und nun, nachdem wir versucht haben, eine Art
persönlicher Rechtfertigung zu geben, können wir zum
eigentlichen Gegenstände unserer Abhandlung übergehen.

Die zwiefache Aufgabe der Naturkopirung.
Die Eigenschaft, welche von Anfang an ein hervor-
stechendes Merkmal der Photographie gebildet und die-
selbe zu einer so geachteten und nützlichen Erfindung
gemacht hat, dass unser heutiges industrielles, kommer-
zielles und soziales Leben sie schwerlich entbehren
könnte, ist die Vollständigkeit und Genauigkeit, mit
welcher sie Alles, dem sie gegenüber gestellt wird,
wiederzugeben vermag. Eine getreue und vollkommene
Naturkopirung ist demnach die vornehmste Aufgabe,
welche die Wissenschaft und die Mechanik in der Pho-
tographie — im gewöhnlichen Sinne — erblickt haben.
Einen ähnlichen Zweck verfolgte vermuthlich auch der
vorsündfluthliche Mensch, als er zuerst die Entdeckung
machte, dass ihm die Gabe verliehen war, mit Hilfe eines
scharfen Steines oder mit der Fingerspitze eine Natur-
kopirung im nassen Sande zu entwerfen. Zunächst
kopirte derselbe, soweit es ihm möglich war, bestimmte
Gegenstände; nachdem er sich aber grössere Fertigkeiten
im Zeichnen angeeignet hatte, fühlte er begreiflicher
Weise den Drang in sich, diese Fähigkeit praktisch an-
zuwenden. Er zeichnete etwas und bemühte sich dann
sei es mit oder ohne ergänzende Laute und Geberden,
Anderen eine Vorstellung irgend eines Vorganges, eines
Ereignisses oder eines Gedankens zu geben.
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