Hinton, A. Horsley
Die Praxis der künstlerischen Photographie / von A. Horsley Hinton — Dresden, 1900

Page: 45
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dringlicher Weise unsere Aufmerksamkeit stört. Aus
o
diesem Grunde habe ich auch behauptet, dass Jeder, der
eine künstlerische Wirkung erzielen will, einige Einblicke
in die Regeln der Komposition haben muss, nicht soviel,
dass er nun alle seine Bilder unübertrefflich gut kompo-
niren würde, aber doch soviel, dass er sich vor schlechten
Entwürfen hüten kann.
Der Mann, welcher Bewunderung dadurch erregt, dass
er nach allen Regeln der Mode gekleidet und zugleich
ausgesucht fein gesittet ist, wird im Allgemeinen nicht
so beliebt sein als derjenige, welcher in seinem Aeusseren
und seinem Betragen nur frei von Tadel ist. Selbst die
Gerechtigkeit, Nächstenliebe und die Demuth hören auf
Tugenden zu sein, wenn dieselben mit pharisäischem
Selbstbewusstsein auftreten.

Wie einem Bilde Ausdruck gegeben
werden kann.
Der Ausdruck eines Bildes wird bedingt durch Licht
und Schatten in ihrer verschiedenen Stärke und Ver-
theilung, dann aber auch in der Menge der Details,
welche die einzelnen Gegenstände zeigen.
Ein Beispiel hierfür bietet die vorstehende Reproduktion.
In diesem Bilde sollten der treibende Regensturm und
vereinzelte Sonnenstrahlen auf dem Wasser dargestellt
werden, während die düstere Landschaft mehr oder
weniger in dem Schatten der vorüberziehenden Wolken
eingehüllt ist. Vergleichen wir die beiden Aufnahmen
derselben Landschaft. Im ersten Bilde fühlen wir uns
unbefriedigt, aber nicht allein durch das Fehlen der
Wolken, welche zwar für die ganze Darstellung sehr
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