Hinton, A. Horsley
Die Praxis der künstlerischen Photographie / von A. Horsley Hinton — Dresden, 1900

Page: 49
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Die photographische Kopie.
Wenn wir schon hier vom Kopiren, als dem letzten
Stadium des ganzen photographischen Prozesses, sprechen,
so hat es fast den Anschein, als ob wir den gewöhn-
lichen Gang des Verfahrens umkehren wollten; aber wir
müssen im Auge behalten, dass das Photographiren für
uns überhaupt nur Mittel zum Zwecke ist und ob es nun
die Handhabung des Objektives oder die Entwicklung
der Platten oder irgend eine andere photographische
Thätigkeit ist; jede soll uns zur Vollendung des Bildes
einen Schritt weiter führen. Wenn das fertige Bild nicht
klar und deutlich vor unserem Geiste steht, so sind wir
auch nicht im Stande, unsere Platten, unser Objektiv und
alle anderen Materialien und Vorbereitungen zweck-
dienlich zu verwenden.
Wir haben gesagt, dass die Photographie die Töne der
Natur ungenau, oft sogar falsch wiedergiebt. Daraus ergiebt
sich zunächst die Nothwendigkeit zu erklären, was unter
dem Ausdrucke »Ton« zu verstehen ist, und dabei
werden wir uns überzeugen, dass die Besprechung über
den Ton eines Bildes von grosser Bedeutung ist.
Dass die Photographie oft schwere Irrthümer begeht,
ist vielleicht schon dem unerfahrensten Photographen
klar geworden, aber es ist auch zu befürchten, dass Mancher
sich wenig Mühe genommen hat, um diese Irrthümer
klar zu legen oder sich wenig gesorgt hat, diese Fehler
zu beseitigen.
Es ist allgemein bekannt, dass gewisse Farben, wenn
dieselben photographirt werden, nicht ihre eigenthümliche
Helligkeit behalten; so giebt zum Beispiel Rothorange

Horsley Hinton, künstlerische Photographie.

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