Hinton, A. Horsley
Die Praxis der künstlerischen Photographie / von A. Horsley Hinton — Dresden, 1900

Page: 85
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unmittelbare Vordergrund so verschwommen, dass der
Eindruck des Ganzen gestört wird. In diesem Falle ist
die Lochcamera mit ihrer gleichmässigen Unschärfe der
Linse überlegen. Sobald es sich aber darum handelt,
irgend einen Gegenstand stärker zu betonen, dadurch,
dass er schärfer, mit mehr Details, dargestellt wird als
der andere, dann lässt uns die Lochcamera im Stiche.
Diejenige Eigenschaft des mit einer Lochcamera her-
gestellten Bildes, welches von ihren Fürsprechern am
meisten hervorgehoben wird, ist die Unterdrückung aller
aufdringlichen Schärfe. Kein Punkt des ganzen Bildes
scheint sorgfältiger in den Details gezeichnet als ein
anderer. Dies führt uns zur Betrachtung von

Schärfe und Werth der Details bei der
künstlerischen Photographie.
Wohl Jedem, der sich mit Photographie befasst, wird
es bekannt sein, dass fortwährend Streitigkeiten stattfinden
zwischen Denen, welche für eine Photographie die pein-
lichste Schärfe verlangen und Denjenigen, welche ein-
zelne wichtige Theile durch eine besondere Schärfe
von anderen, wie z. B. der Ferne hervorgehoben wünschen
und zuletzt Denen, welche einer grossen Schärfe um ihrer
selbst willen überhaupt keinen Werth beimessen und es
vorziehen, Alles in einer gewissen Unschärfe dar-
zustellen. Meine Pflicht ist es nun, diese Angelegenheit
hier vom unparteiischen Standpunkte aus auseinander zu
setzen.
Vieles, was schon in früheren Kapiteln über Auswahl,
über Ton und Atmosphäre gesagt worden ist, müssen
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