Hinton, A. Horsley
Die Praxis der künstlerischen Photographie / von A. Horsley Hinton — Dresden, 1900

Page: 104
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verständlich keine Anwendung, aber für die künstlerische
Photographie kann ihr ein gewisser Werth nicht ab-
gesprochen werden, freilich bedingt die ausgedehnte
persönliche Kontrole, welche ausgeübt werden muss, ehe
von einem ausgesprochenen Vortheil gegenüber anderen
Methoden geredet werden kann, eine geübte Künstler-
hand, d. h. die Hand eines Mannes von so ausgeprägtem
künstlerischen Geschmack, dass man kein besseres Resultat
von ihm erwarten würde, wenn er, ganz auf den Ge-
brauch der Photographie verzichtend, dieselbe Sorgfalt
und Mühe auf das Malen mit dem Pinsel oder dem Stift
verwenden würde.
In Folgendem wollen wir nun betrachten, auf welche
Weise eine Kontrole der Bildung unserer Kopie ausgeübt
werden kann.

Das Kopiren des Bildes
und die Kontrole desselben zwecks einer
künstlerischen Wirkung.
So lange als die Anfertigung einer künstlerischen
Photographie gewissermassen mechanisch bleibt, d. h. so
lange der Druck nur die Wirkung des Lichtes auf eine
lichtempfindliche Oberfläche durch ein Negativ hindurch
ist, das Ergebniss also nur durch Naturgesetze bedingt
ist, so lange wird Derjenige, welcher ganz ohne künst-
lerisches Gefühl und künstlerische Schulung ist, die gleiche
Möglichkeit eines Erfolges haben als Derjenige, welcher
solches Gefühl und solche Schulung im höchsten Masse
besitzt.
Die wunderbare Wahrheit und Naturtreue, mit der die
mechanisch dargestellte Photographie einen Naturausschnitt
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