Hinton, A. Horsley
Die Praxis der künstlerischen Photographie / von A. Horsley Hinton — Dresden, 1900

Page: 128
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/41-4515/0136
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
128

oder nicht, ein endgiltiges Urtheil zu sprechen, ziehe ich
es vor, es dem Gewissen eines Jeden zu überlassen,
Schiedsrichter zu sein.

Die Wolken. Ihre Verwendung und
praktische Anleitung, wie dieselben zu
photographiren sind.
Vom rein künstlerischen Standpunkte aus betrachtet,
liegt kein Grund vor, bei der photographischen Behandlung
des Himmels anders verfahren zu wollen als bei Be-
handlung irgend eines anderen Gegenstandes des Bildes.
Unter Himmel wird gewöhnlich der Theil des Bildes
verstanden, welcher sich über dem Horizonte befindet,
mag derselbe nun wolkenlos oder bedeckt sein.
Nachdem die Photographen eingesehen haben, dass
ein weisser, glatter Streifen ebensowenig den Himmel
darstellen kann als ein gleich weisser Streifen in der Land-
schaft etwa ein Getreidefeld, pflegen Himmel und Wol-
ken doch als etwas ganz Besonderes und von dem
Uebrigen ausserordentlich Verschiedenes betrachtet zu
werden. Dieses Vorurtheil können besonders weniger
Geübte schwer überwinden.
Da wir gewohnt sind, über der Erde stets einen
blauen oder grauen Himmel zu sehen, der ev. mit Wolken
bedeckt ist, so nimmt sich der Durchschnittsmensch
meist keine Mühe, die wechselnden Erscheinungen in
der Luft aufmerksamer zu betrachten.
Wenn wir uns aber die Thatsache in das Gedächtniss
zurückrufen, dass alle hellen Gegenstände dunkler er-
scheinen, sobald sie gegen einen weissen oder sehr
hellen Hintergrund gestellt werden, und dass ein mittel-
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list