Hinton, A. Horsley
Die Praxis der künstlerischen Photographie / von A. Horsley Hinton — Dresden, 1900

Page: 147
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Natur aber lehrt uns, dass ein grauer oder ein klarer,
blauer Himmel nicht überall von gleicher Tonfärbung ist.
Dieselben Bedingungen, welche verursachen, dass die
Wolken am Horizonte heller erscheinen als am Zenith,
bewirken auch, dass der klare, wolkenlose, blaue Himmel
über uns eine dunklere Färbung hat und um so heller
wird, je mehr er sich dem Horizonte nähert. Diese Ab-
stufung muss sorgfältig beobachtet und zur Darstellung ge-
bracht werden, wenn wir nicht in Gefahr kommen wollen,
dass ein durchweg grauer Himmel das Aussehen eines
festen, flachen Wandschirmes hat.
Sollte unser Landschaftsnegativ den Himmel als eine
glatte, weisse Fläche freilassen, so können wir die Wirk-
ung eines gleichmässigen Himmels durch ein einfaches
> An laufe n 1 as s en « wiedergeben. Wenn andererseits
unser Negativ einen halb durchsichtigen Himmel zeigt,
der beim Kopiren mitdruckt, so ist das ganz gut, wenn
eine Abstufung vom Horizonte an aufwärts sichtbar ist

Die Entwicklung von Negativen.
Aus allem Vorhergehenden werden wir wohl eine
Vorstellung gewonnen haben, was von einer künstlerischen
Photographie zu verlangen ist und aus Rücksicht auf
diese Forderungen müssen wir nun versuchen, uns solche
Negative zu verschaffen, welche den künstlerischen Zwecken
entsprechen.
Zunächst ist es das Beste, alle Vorurtheile über ein
»gutes Negativ« bei Seite zu lassen. Ein »gutes
Negativ« im landläufigen Sinne ist oft noch lange kein
Negativ, welches uns befähigt, ein gutes Bild zu erhalten.

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