Erhard, Theodor
Der elektrische Betrieb im Bergbau: Die Eigenschaften der elektrischen Maschinen und ihre Anwendung in der Grube mit besonderer Berücksichtigung der Betriebssicherheit ; ein Leitfaden für Betriebsbeamte — Darmstadt, 1902

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(H2S04) zerlegt, wobei an der Anode Sauerstoff, an der Kathode Wasser-
stoff auftritt, beide natürlich bei gleichzeitiger Gegenwart von Schwefel-
säure.
Wirkt der Sauerstoff, auf diese Weise ausgeschieden, auf metalli-
sches Blei, so bildet sich zunächst Bleisulfat, welches, wenn die
Einwirkung länger fortgeht, unter Wiederausscheidung der vorher
zur Sulfatbildung verbrauchten Schwefelsäure zu Bleisuperoxyd
wird. Bleioxyd und Mennige gehen unter derselben Einwirkung
ebenfalls in Superoxyd über.
Wirkt der ausgeschiedene Wasserstoff zugleich mit der vor-
handenen Schwefelsäure auf Bleisuperoxyd, so entsteht Bleisulfat,
welches, wenn die Einwirkung weitergeht, unter Ausscheidung von
Schwefelsäure in metallisches Blei übergeht und zwar natürlich in
Blei von poröser, schwammartiger Beschaffenheit, ein für die Brauch-
barkeit der Bleiakkumulatoren sehr wichtiger Umstand.
Für das Herstellen von Akkumulatorplatten sind zwei ver-
schiedene, im Endergebnis allerdings ziemlich gleichwertige Me-
thoden im Gebrauch. Die eine, ursprünglich von Plante angegeben,
benutzt Platten mit durch Rippen oder Faltung möglichst ver-
grösserter Oberfläche. Der Strom wird durch die mit solchen
Platten zusammengesetzten Elemente durchgeführt und zwar in an-
fangs oft, später immer seltener wechselnder Richtung. Jede Platte
ist also einmal Anode und bedeckt sich als solche mit Bleisuper-
oxyd, dann aber Kathode, wobei der nun an der Platte entwickelte
Wasserstoff das Bleisuperoxyd in Bleischwamm verwandelt. Die
Platten erhalten so eine oberflächliche poröse Schicht von merk-
licher Dicke, welche je nach der Stromwirkung in Bleisuperoxyd,
Bleischwamm oder auch Bleisulfat übergehen kann.
Die zweite Methode der Herstellung von Akkumulatorplatten, deren
Princip zuerst von Faure angegeben wurde, besteht darin, dass man auf
die Platten eine Schicht von Bleiglätte oder Mennige aufträgt, welche
durch den Strom dann entweder zu Bleischwamm reducirt (negative
Platten) oder zu Bleisuperoxyd oxydirt wird (positive Platten). Die
Hauptschwierigkeit besteht darin, die Schicht vor dem Abfallen zu
schützen und es sind hierfür sehr zahlreiche Plattenformen vorge-
schlagen und eingeführt worden. Der Vortheil der zweiten Methode
ist die Schnelligkeit der Plattenherstellung (Formirung), während man
den nach Plante hergestellten Platten oft grössere Haltbarkeit zuschreibt.
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