Erhard, Theodor
Der elektrische Betrieb im Bergbau: Die Eigenschaften der elektrischen Maschinen und ihre Anwendung in der Grube mit besonderer Berücksichtigung der Betriebssicherheit ; ein Leitfaden für Betriebsbeamte — Darmstadt, 1902

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Die wichtigsten Erscheinungen beim Akkumulatorenbetrieb sind
folgende.
Ist die Batterie in normaler Weise soeben entladen, so ist die
Klemmenspannung etwa 1,8 Volt pro Zelle. Lässt man den Lade-
strom eintreten, dessen Stärke gewöhnlich von der liefernden Akku-
mulatorenfabrik angegeben wird, so steigt die Klemmenspannung
schnell um einen kleinen Betrag, ungefähr bis 2,0 Volt, dann sehr
langsam weiter. Gasentwickelung ist zunächst nicht zu merken.
Diese tritt erst allmählich ein, wenn die Spannung pro Zelle bis
etwa 2,3 gestiegen ist. Von da an wächst die Spannung unter
immer zunehmender Gasentwickelung („Kochen“) bis etwa 2,5 bis
2,6 Volt. Es ist gut, den letzten I heil der Ladung mit wesentlich
verminderter Stromstärke auszuführen.
Die empfindliche Schicht auf den Blatten, welche bei der ent-
ladenen Batterie auf beiden Plattenarten ziemlich viel Bleisulfat
neben einerseits Superoxyd, andererseits Bleischwamm enthält, wird
beim Laden so verändert, dass der grösste Theil des Sulfats ver-
schwindet, um auf der positiven Platte in Superoxyd, auf der nega-
tiven in metallisches Blei überzugehen. Die dabei ausgeschiedene
Schwefelsäure erhöht das spec. Gewicht der Säurefüllung, und zwar
um etwa 0,03.
Beim Entladen einer frisch geladenen Batterie nimmt die
Klemmenspannung von einem Anfangsbetrag von etwa 2,2 in kurzer
Zeit rasch bis etwa 1,9 Volt ab, hierauf folgt eine lange Zeit, in
der es weiter bis 1,85 abwärtsgeht, dann geht es rascher bis 1,8 Volt,
bei welcher Spannung aufzuhören ist, denn eine weitergehende Ent-
ladung ergiebt einen sehr schnellen weiteren Spannungsabfall und
schädigt die Batterie.
Der chemische Hergang hierbei besteht, wie schon angegeben,
in Umwandlung des beim Entladen gebildeten Superoxydes und
metallischen Bleies in Sulfat unter gleichzeitiger entsprechender
Abnahme der Säuredichte.
Unterbricht man die Entladung, so steigt die Klemmenspannung
in der Pause etwas, um bei Fortsetzung der Entladung wieder an-
fangs etwas rascher, dann, wie gewöhnlich, langsamer zu fallen.
kür den Gebrauch der Akkumulatoren ist gewöhnlich ihre
Capacität maassgebend, welche man in Amperestunden (Produkt
aus Stärke des Stromes in Ampere und Dauer desselben in Stunden)
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