Darmstadt, der Odenwald, die Bergstrasse und die Main-Neckar-Eisenbahn: ein Handbuch für Reisende — Darmstadt, 1846

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SCHWEDISCHE SÄULE.

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Erfelden an dem Hahnensand, am Rande eines schönen
Waldes und nicht weit vom Rheindurchstich am Geyer.
Die viereckige, pyramidenförmige Sandsteinsäulc ist 56
Euss hoch und trägt den Löwen mit dem Schwert.
Hier fuhr am 6. üeccmbcr 1631 Gustav Adolf, König
von Schweden, um die Gegend zu besichtigen, auf
einem Kahn über den Fluss und führte des folgenden
Tages sein Ilecr auf das linke Rheinufer. Mach der
Volkssage wurde er von Feinden bedrängt und benutzte
zum Lieberfahren ein — Scheuerthor. Die Säule hat
schon 1704 und 1772 ihren ersten Platz verändern
müssen und ist neuerdings wieder aufgefrischt. Auch
bei diesem historischen Denkmal findet der Wanderer
kleine Anlagen. Ein neuerer Dichter singt davon :
Wessen ist die Säule bei den Eichen,
Was doch soll der Löwe mit dem Schwert?
Ist es des Erob’rers Siegeszeichen,
Der ein Volk vertrieb von Hof und Herd?
Hat ein Edler hier den Tod gefunden?
Traf ihn hier ein Dolch von welcher Hand?
Dass der Löwe zürnend seiner Wunden,
Zuckt das Eisenschwert gen Frankenland?
Gustav Adolf! Deinen grossen Thaten
Zum Gedächtniss steht die Säule dort.
Als uns Deines Glaubens Feinde nahten,
Zogst Du aus dem Heimathlande fort;
Kämpftest muthig in den deutschen Landen
Für des reinen Glaubens hdhes Gut,
Dass wir, frei und mächtig, neu erstanden,
Hell umstrahlt von Deinem Hcldenmuth.
Und Dein Siegeszug im deutschen Lande
Führte Dich an unsern alten Rhein,
Wo kein Fahrzeug an dem weiten Strande; —
Drüben winkt der Feind im Waffenschein.
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