Darmstadt, der Odenwald, die Bergstrasse und die Main-Neckar-Eisenbahn: ein Handbuch für Reisende — Darmstadt, 1846

Seite: 60
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DER ODENWALD.

Doch der König will die Welschen schlagen,
Gott sein Hort! wer hält den Helden auf?
Kühn, von leichten Brettern sanft getragen,
Nimmt er durch die Wogen seinen Lauf.

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IS e r O il e n n n I d.
Wie grünen die Eichen so frisch und so hold,
Wie glänzet so freudig das sonnige Gold,
Wie rauschen die Quellen so klar und rein
Hervor aus dem ahnungsdüsteren Hain!
Wie bist du so schön! Dein Name allein
Ergreift schon das Herz mit Zaubergewalt,
Mein grüner, mein herrlicher Odenwald!
Es schmiegen sich zwischen den buschigen Höh’n
Die Thäler dahin so lachend und schön,
Es klappern die Mühlen am sprudelnden Bach,
Es winket des Kirchthurms moosiges Dach,
Die hallenden Glocken rufen mir nach
Der Sehnsucht innige, heisse Gewalt,
Mein grüner, mein herrlicher Odenwald!
Und Herzen voll Treue und Augen voll Lust
Und Mädchen mit treuebewahrender Brust
Und freier Sinn, (kein zitternder Knecht!)
Und fröhliche Sitte und gastliches Recht —
Wie trägst du das Alles so blühend und echt!
Es zieht mich nach dir mit stiller Gewalt,
Mein grüner, mein herrlicher Odenwald!
Im zerfallenen Schlosse beim Abendschein,
Da füll’ ich den Becher mit funkelndem Wein!
Es weiden die Ileerdcn auf duftigem Hang,
Es tönet im Wald des Jägerhorns Klang,
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