Darmstadt, der Odenwald, die Bergstrasse und die Main-Neckar-Eisenbahn: ein Handbuch für Reisende — Darmstadt, 1846

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VOLK UND GEGEND

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Es schallt aus der Tiefe der Glockengesang —
Da ruf’ ich hinaus mit Donnergewalt:
Hoch lebe mein herrlicher Odenwald!
Und muss ich einst scheiden, ach scheiden von hier,
Mein sehnendes Iler/, hängt ewig an dir!
Dein blühendes Thal und den düsteren Hain,
Die rauschende Mümling, sie lieh’ ich allein;
Und schläft einst mein Auge auf immerdar ein,
So schwebet mein Herz mit letzter Gewalt
Nach dir noch mein herrlicher Odenwald !
C. S c ri h a.

Elte wir die grösseren Wanderungen anfangen,
mögen einige Bemerkungen über Volk und Gegend
vorausgellen, dann die Angabe der Strassen, welche
durch den Odenwald führen.
Der Name Odenwald (Odunwald, Odonowald) fin-
det sich schon im 7. Jahrhundert, ist aber jetzt nicht
mehr sicher zu erklären. Einige denken an Odin, An-
dere an den spät lebenden Kaiser Otto den Grossen,
Die wahrscheinlich unächte Sage von einer Oda habe
ich bei Darmstadt berührt. Die Gränzen des Oden-
waldes sind nach Westen die Bcrgstrassc, in Osten
Erfa und Main hei Miltenberg, sowie die Jaxt und
Scckach Die Römer haben wohl frühe in diesen Ge-
genden ihr Wesen getrieben. Vom spätem Anbau des
Landes kann man mit Grimm die Hubenverfassung
ableiten. Hube n sind lange Güterstriche, parallel
von einer Gränze zur andern ziehend, jeder erhielt
eine solche und haute sie, woher die zerstreute Lage
der Höfe, Weiler u. s. w. und die Länge der Dörfer.
Zu jeder Hube gehörte Wald. Der älteste Sohn erbte
des Vaters Hube, die jüngeren wurden oft zu ihrem
Nucl theil abgefuuden. Die Haupterzeugnisse des Oden-
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