Darmstadt, der Odenwald, die Bergstrasse und die Main-Neckar-Eisenbahn: ein Handbuch für Reisende — Darmstadt, 1846

Seite: 91
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scnoitiAu.

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Wohlgefallen an der Stille der Gegend, dass er den
Bau eines Klosters zur Ehre der heil. Jungfrau be-
schloss; wegen seiner schönen Lage sollte dies Schön-
augia heissen. Er fertigte den Stiftungsbrief und brachte
Cisterziensermönchc hierher. Nachmals war das Kloster
sehr reich und die Aebtc angesehen. Als Friedrich 111.
von der Pfalz 1560 reformirt geworden war, hob er
mit andern Klöstern auch dieses auf, und wiess cs
Franzosen, die man als Protestanten vertrieben hatte,
zum Wohnort an. So entstand das Städtchen. Im
dreissigjährigen Kriege und später wurde die Kloster-
kirche zerstört und das Kapitelhaus zur Kirche einge-
richtet, welche nun protestantisch ist. — Unter den
Mönchen lebte einst unerkannt und in männlicher Klei-
dung die heil. Hildegunde. Diese zog mit ihrem Vater
in das gelobte Land, ward unterwegs nach dessen Tode
von einem Knechte aller Habe beraubt und dann durch
einen frommen Pilger nach Jerusalem gebracht. Hier
blieb sie ein Jahr und kehrte dann mit einem Lands-
manne nach Köln zurück. Im Dienste eines Geistlichen
reiste sie nach Rom. Unterwegs kam sie in Verdacht
eines Diebstahls, bestand aber glücklich die Feuerprobe
und ward frei. Räuber hängten sie im Walde auf, al-
lein ein Kngel belebte die Leiche wieder. Heimgekehrt
begab sie sich nach Schönau, um das Gelübde zu thun;
hier starb sic kurz vor Ablauf des Probejahrs — 1128 —.
Jetzt erst erkannte man ihr Geschlecht. An ihrem Grabe
geschahen Wunder. — So berichtet Grimm die Le-
gende. — Das Thal zieht von Schönau nach Ncckar-
stcinach, welches man in einer Stunde erreicht. In der
Steinach soll man ehemals Perlenmuschcln gefunden ha-
ben. — Diese Wanderung lässt sich mit einer frühem
verbinden, wenn man von Hirschhorn über Neckar-
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