Darmstadt, der Odenwald, die Bergstrasse und die Main-Neckar-Eisenbahn: ein Handbuch für Reisende — Darmstadt, 1846

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WEINHEIM.

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nitzufer zunächst gelegene Tlicil heisst gewöhnlich die
Altstadt, in der Nähe des Marktes längt die eigentliche
Stadt an. Volkssagen behaupten, dass früher die Stadt
auf dem rechten Weschnitzufer gewesen und durch Brand
zerstört worden sei. Schon 7Ö5 geschieht der Stadt
in den l.orscher Urkunden Erwähnung; sie heisst Wi-
nenheim. Im Jahr 1264 hatte es bereits Stadtgerech-
tigkeit und war von Lorsch an Pfalz gekommen. Im
dreissigjährigen Kriege wurde sie von verschiedenen
Truppen eingenommen, die hier brannten und sengten.
Plünderung erlitt sie ;\uch im Orloans’schen Kriege, wie
die meisten Orte an der Bergstraasse Kurfürst Johann
Wilhelm nahm 1698, nach Zerstörung des Heidelberger
Schlosses, einige Zeit hier seinen Wohnsitz. Universität
und Behörden folgten dem Begenten. Weinheim hat 2
protestantische Kirchen, deren älteste an der Weschnitz
von Karl dem Grossen gegründet sein soll. Oie katho-t
lische Kirche gehörte dem 1802 eingezogenen Kloster.
Die feuchte Spitalkirche stiftete nebst dem Spital oin
Hartman Ulluer von Dieburg, welcher in Gefangen--
Schaft bei den Ungläubigen eine solche Stiftung gelobte,
wenn er wieder frei werden würde. Seine Familie,
desgleichen mehrere andere von Adel waren sonst in
Weinheim sehr begütert. Das von Ullner’sche Gut, das
grösste von Allen, ist nun im Besitze der Gräfin von
Waldner - Freundstein; es hat einen sehenswerthen
Garten. — Weinheim hat eine Wasserheilanstalt, welche
sowie die Erziehungsanstalt von Dr. Bender viele
Fremden hierl er führt. Auf einem über 600 Fuss
hohen Hügel über der Stadt liegen die Trümmer der
Wind eck. Das Schloss, vom Abt Diemo von Lorsch
zwischen 1126— 1130 gebaut, ward im Orleans’schcn
Erbfolgckricgc von Franzosen zerstört. Grimm theilt
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