Darmstadt, der Odenwald, die Bergstrasse und die Main-Neckar-Eisenbahn: ein Handbuch für Reisende — Darmstadt, 1846

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NEUENHEIM.

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Edeln von Haüdschuchsheini scheinen gleichfalls von
Lorsch belehnt worden zu sein. Ihre Familie stand
gewiss in grossem Ansehen. Der letzte Spross Frie-
drich (Johann?) wurde im Winter 1600 zu Heidelberg
auf dem Markte von Friedrich von Hirschhorn ersto-
chen. Die Burg ist nun Ruine. Das Dorf gehört zu
den Besitzungen der bei Dossenheim erwähnten Schau-
enburg, es kam nach deren Fall durch Friedrich den
Siegreichen wieder an die Pfalz. Schon im 8. Jahr-
hundert hatte es eine Kirche, die jetzige rührt aus dem
11. Jahrhundert her. Tilly hatte hier 1622 sein Haupt-
quartier. Im Orlcans’schen Kriege erlitt es zweimal Brand
und die Bewohner wurden von den Franzosen auf das
schmählichste mishandelt. Ein reicher Privatmann, Uhde,
liess das aus dem Brande von 1789 wieder neu er-
standene Schlösschen zu einem freundlichen Landsitze
umwandeln und darin eine schöne Sammlung mexika-
nischer Altcrthümer, sowie andere Kunst- und Natur-
erzeugnisse aufstellen. Das letzte Dorf, ehe man Hei-
delberg erreicht, ist Neuenheim, welches wie das vo-
rige viel Obst und Gemüse pflanzt. Man entdeckte in
der Umgegend mehrmals römische Ueberreste; im Jahr
1838 fand man hier ein Mithras-Denkmal. Schon im
8. Jahrhundert wird das Dorf genannt. Das Kloster
Lorsch erhielt auch hier vielfache Schenkungen, mit
welchen es nachher die Klöster auf dem heil. Berge
und zu Schönau dotirte. Bei Neuenheim schliesst
eigentlich die Bergstrasse.

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