Darmstadt, der Odenwald, die Bergstrasse und die Main-Neckar-Eisenbahn: ein Handbuch für Reisende — Darmstadt, 1846

Seite: 98
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HEIDELBERG

IJciMberg tmt» feine Hmßelmnßen.

Durch die reizende Bergstrasse kommend, wendet
sich der Reisende bei Neuenheim um die Ecke und tritt
sogleich in das Neckarthal ein. Hier macht die Stadt,
am Berge sich hinziehend> mit dem Fluss, der Brücke,
vor Allem aber mit den Schlossruinen aut der Vorhöhe
des Königstuhles einen überraschenden Eindruck. Trotz
der häufigen Wolkenzüge* welche das Neckarthal durch-
streichen, ist die Luft sehr gesund und cs wird darum
die Stadt von vielen Fremden zum längeren Aufenthalte
gewählt, namentlich begegnet män beinahe in keinem
Orte von Süddeutschland so häufig den Engländern als
hier und in Mannheim. Das Bergwasscr ist rein und
sehr frisch; kühle Regen sind nicht so gewöhnlich, wie
manche Fremde behaupten, und das Spottreimchen:
„Heidelberg, du schöne Stadt, wann’s endlich ausge-
regnet hat!“ ist eben nicht mehr als ein Volkswitz und
Jedermann weiss, was man von dergleichen zu halten
hat. Der Name der Stadt wird mit mehr Wahrschein-
lichkeit von den Heiden, als von den Heidelbeeren
abgeleitet. Römerspuren fanden sich wohl, inzwischen
ist von späterm Anbau nichts mit Gewissheit ermittelt.
Die Stadt mag übrigens nicht sehr alt sein. Erst um
die Mitte des 12. Jahrhunderts wird sie urkundlich an-
geführt. Grimm glaubt, unter Konrad von Hohenstau-
fen, welcher 1156 zum Pfalzgrafen ernannt, seinen Sitz
von Bacharach hierher verlegte, habe sich der Ort erst
erweitert und zur Bedeutung einer Stadt erhoben. In
einem Lehenbriefe vom Jahr 1252 kommt zuerst Burg
und Städtlein Heidelberg vor. Nachher hob sich die
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