Darmstadt, der Odenwald, die Bergstrasse und die Main-Neckar-Eisenbahn: ein Handbuch für Reisende — Darmstadt, 1846

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UND SEINE UMGEBUNGEN.

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heim und der Umgegend, selbst aus Darmstadt und
Frankfurt anzutreffen. Das Schwetzingcr Schloss wer-
den wir nur näher betrachten, wenn uns viel Zeit übrig
bleibt. Als Freunde der deutschen Nationalliteratur
machen wir lieber einen Gang nach dem Friedhöfe der
Stadt. Hier liegt Hebel, der Dichter der allemanni-
schen Lieder und zugleich einer unserer liebenswürdig-
sten Prosaisten, begraben, welcher 1826 auf einer He-
rufsreise — er war Prälat des Grossherzogthums — in
dieser Stadt starb, nachdem er nur wenige Tage bei
Seinem Freunde Zcjher verweilt hatte. Das dankbare
Vaterland errichtete ihm ein Denkmal zu Karlsruhe.

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Die Glocke tönt. Es fluthet durch das Thor
Die Menge zu der Waggons langer Reihe.
Der Drache keucht; es wallt der Dampf empor;
Der Pfeife Schrei schlägt gellend an mein Ohr —
Und langsam rauscht der Zug hinaus in’s Freie!
Jetzt reisst ihn rasch die Macht der Dämpfe fort,
Und Bäum’ und Felder fliehen uns zur Seite;
Was in der Bläue wir gewahrten dort.
Stürzt, wie vor einem dunkeln Zauberwort,
Schon hinter uns zurück in ferne Weite !
Schweb’ ich auf jenem Mantel, den vor Faust
Der Geister dunkle Schaaren ausgebreitet?
Ist das ein Greif, auf dem, vom Sturm durchsaust.
Ein Zaubrer, der am fernen Nile haust,
Am ersten Mai zur Brockengalla reitet ? — .
L. C. Wittich.
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