Darmstadt, der Odenwald, die Bergstrasse und die Main-Neckar-Eisenbahn: ein Handbuch für Reisende — Darmstadt, 1846

Seite: [139]
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1) Bei den Wagen lr und 2r Klasse können ganze Wagenabthei-
lungen genommen werden, deren Preis bei der 2ten Klasse
nach der Anzahl der zahlbaren Plätze, bei den 8 Personen
fassenden Abtheilungen lr Klasse nur für 7 Plätze, und bei
4 Personen fassenden Coupöes nur 3 Plätze und bei den Sa-
lons von 14 Plätzen zu 12 Plätzen berechnet wird.
Den Inhabern solcher Wagenahtheilungen ist bei kleineren
Abtheilungen die Mitnahme von 2 bis 3 und bei grösseren
Abtheilungen die Mitnahme von 4 bis 6 ünerwachsenen Per-
sonen über die Zahl der bei gewöhnlicher Besetzung zahl-
baren Plätze gestattet.
Als Besetzung der Wagen ist eine Sitzbank 2ter Klasse
zur Aufnahme von 5, und eine solche 3ter Klasse zur Auf-
nahme von 6 Personen bestimmt.
2) Kinder unter 4 Jahren, welche jedoch nur in Begleitung er-
wachsener Personen zugelassen werden können, und keinen
besonderen Raum auf dein Wagensitze einnchmcn, auch die
Reisenden nicht in sonstiger Weise belästigen, dürfen in so-
weit taxfrei mitgenommen werden, als je eine erwachsene
Person nur ein Kind mit sich führt. Bei einer grösseren
Anzahl von Kindern unter 4 Jahren, welche mit einer er-
wachsenen Person befördert werden, wird nur eins derscl-

Anmerkungen.
ben taxfrei belassen, die übrigen bezahlen die Persorientaxc,
beziehungsweise die nachstehende moderirte Taxe.
Kinder von 4 bis 12 Jahren dürfen in,die lte, 2te und
3te Klasse mit einem Fahrbillet der zunächst niedrigeren
Klasse in die höhere aufgenommen werden.
3) Jeder Reisende hat sich vor der Abfahrt mit einem fahrbillet
zu versehen.
Fahrbillets für ganze Wagenabtheilungen müssen wenig-
stens eine Viertelstunde vor der Abfahrt des Wagenzugs ge-
löst werden.
4) Nach den Zwischenstationen wprden nur dann einzelne Plätze
für die lte Klasse abgegeben, wenn deren noch unbesetzt
sind.
Auf den Zwischenstationen können Fahrbillets für diese
Wagenklasse^ nur bedingt, d. h. für den Fall, dass unbe-
setzte Plätze vorhanden sind, ausgegeben werden, eben so
ist auch hier die Ausgabe der Fahrbillets auf die anderen
Wagcnklassen auf die Zahl der zum Voraus freigehaltenen
und etwa noch frcigebliebencn Plätze beschränkt.
5) Jedes Fahrbillet gilt nur für den bezeichneten Tag. Der Em-
pfänger hat daher zu prüfen, ob solches auf den gewünsch-
ten Tag lautet, spätere Reclamationen können nicht berück-
sichtigt werden.

6) Nur wenn wegen eingetretener Hindernisse die Fahrten un-
terbleiben oder unterbrochen werden, kann auf ganze oder
theilweisc Rückgabe des bezahlten Personengeldes Anspruch
gemacht werden, eine weitere Vergütung findet nicht statt.
7) Das Fahrbillet ist sowohl beim Eintritt in die Wartesäle dem
Portier als auch beim Einsteigen in die Wagen dem Conduc-
teur vorzuzeigen.
Die Reisenden haben ihre Billets zu diesem Behufe in
Bereitschaft zu halten, damit nicht ein unnöthiger Aufenthalt
beim Einsteigen u. s. w. veranlasst wird. Während der Fahrt
ist das Fahrbillet den Conducteurs auf Verlangen vorzuzeigen,
und abzugeben; wer ohne Fahrbillet oder mit einem ungül-
tigen im Wagen betroffen wird, hat die Taxe bis zur Station,
Wo der Reisende aussteigt oder wo Fahrbillets in Empfang
genommen werden können, zu bezahlen und erhält dagegen
ein von dem Zugmeister ausgestelltes Billet. Sind aber Gründe
zur Vcrmuthung vorhanden, dass der Reisende eine Defrau-
dation begehen wollte, so kann die unverzügliche Entfernung
desselben aus dem Wagen angeordnet werden.
8) Das Aus- und Einsteigen der weiterreisenden Personen ist
auf den Zwischenstationen ohne besondere Veranlassung nicht
erlaubt. Wer sich eigenmächtig aus dem Wagen entfernt,
wird des Rechts für die Weiterfahrt verlustig.
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