Darmstadt, der Odenwald, die Bergstrasse und die Main-Neckar-Eisenbahn: ein Handbuch für Reisende — Darmstadt, 1846

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Anmerkungen,


1) Den Reisenden ist gestattet, Uleine Gepäckstücke, als Nacht-
säcke, Pakete, Schachteln u. s. w., wofür die Verwaltung
keine Verantwortlichkeit übernimmt, bis zum Gewichte von
10 Pfund frei mitzunehmen und bei sich zu behalten, wenn
dadurch keine Belästigung der Mitreisenden verursacht wird.
Solche Effecten dürfen daher nicht auf die Sitzbänke ge-
legt werden, sondern sind unter den Bänken niederzulegen,
wenn der Reisende dieselben nicht in Händen behalten will.
Traglasten, welche nicht in Reisegepäck bestehen,
und für weiche die Administration keine Garantie übernimmt,
sind bis zu 60 Pfund frei und dürfen in die;Stehwagen
mitgenommen werden, insofern deren Grösse den Raum des
Wagens nicht zu sehr beengt.
Für alles weitere Reisegepäck ist die Tax'e
nach dem obigen Gepäcktarif zu entrichten.
Hunde und andere Thiere werden in die Personenwagen
nicht aufgenommen.
2) Die zu erhebende niedrigste Taxe ist 3 kr.; für die zwischen-
fallenden Gewichtsbeträge wird die Taxe gleichwie für volle
10 Pfund berechnet.
3) Die Administration übernimmt die Garantie, für das in gehöri-
ger Weise übergebene Reisegepäck bis nach der Ankunft in
derjenigen Eisenbahnstation, wohin solches eingeschrieben ist,
in der Art, dass sie im Falle eines nicht durch unabweisbare
Gewalt geschehenen Verlustes für jedes Pfund des zu ersetzen-
den Gepäcks 1 Gulden 30 kr. vergütet.
4) Das Reisegepäck muss eine Viertelstunde vor der Abfahrt des
Wagenzugs zur Expedition gebracht werden, wenn dessen
Beförderung mit nächster Fahrt geschehen soll. Von dieser
Zeit an bis nach der Abfahrt kann dessen Annahme verwei-
gert werden.
5) Alles Reisegepäck muss wohlverpackt und deutlich mit Adresse
und Bestimmungsort versehen sein. Gegenstände, welche

leicht entzündbar 6ind und Gefahr bringen können, als Schiess-
pulver, chemische Präparate, geladene Schiesswaffen u. s. w.
dürfen unter keiner Bedingung von Reisenden mitgenommen
werden.
6) Es steht jedem Reisenden frei, sein gesammtes Gepäck zu
einem höheren Werthc, als die obige Vcrgütungsnornt be-
stimmt, zu versichern, in welchem Falle */, Procent des an-
gegebenen Werths, olmo Rücksicht auf die Entfernung, als
Garantietaxe in Berechnung kommt.
Im Falle einzelne Stücke des besonders versicherten Ge-
päcks in Verlust gerathen, wird die Vergütung dafür nach
dem Verhältniss des Gewichts geleistet.
Die zu erhebende niedrigste Garantietaxe ist wie beim
Uebergewichte 3 kr.
7) Gegenstände, für welche besondere Garantie geleistet werden
soll, müssen wirkliches Reisegepäck, als Koffer u.
d. gl. sein, und es dürfen nicht etwa Pakete mit Geld oder
werthvolle Gegenstände als Reisegepäck mitgenommen werden.
8) Für die in gehöriger Weise übergebenen EfTecten wird den
Reisenden ein Schein unentgeltlich ausgestellt, welcher den
Empfang des Gepäcks von Seiten der Administration beur-
kundet.
Bei der Ankunft in derjenigen Eisenbahnstation, wohin
das Gepäck eingeschrieben ist, muss dasselbe gegen Rückgabe
des Scheins sogleich in Empfang genommen werden, eine
längere Haftbarkeit dafür übernimmt die Administration nicht.
9J Reisende, w'flche sich in einem Stationsorte kurze Zeit auf-
halten, und mit der Eisenbahn weiter reisen wollen, können
ihr Gepäck bei der Expeditionsstclle der betreffenden Eisen-
bahnstation gegen Entrichtung einer Lagergebühr von 3 kr.
für jedes Gepäckstück in Verwahrung geben. Dieselben er-
halten in diesem Falle einen Schein, durch welchen der Em-
pfang des Gepäcks bescheinigt wird, und gegen dessen Ab-
gabe die Verabfolgung des Gepäcks stattfindet.
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