Kapp, Ernst
Grundlinien einer Philosophie der Technik: zur Entstehungsgeschichte der Cultur aus neuen Gesichtspunkten — Braunschweig, 1877

Page: 29
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I

II.
Die Organprojection.
Schwankender Sprachgebrauch des Ausdrucks Projection in Kunst und Wissen-
schaft. Seine Feststellung als Organprojection auf culturgeschichtlicher Basis.
Der urgescbichtliche Mensch und seine Uranlagen. Das erste Werkzeug die
erste Arbeit. Geschichte als Aufeinanderfolge der menschlichen Arbeit.
Als im Beginn der sechziger Jahre in einer Sitzung
der philosophischen Gesellschaft zu Berlin über das Alter
des Menschengeschlechtes discutirt wurde, machte Schultzen-
stein die Bemerkung, dass der Mensch überall, wo er auf-
trete, sich eine passende Lebensart erst erfinden und durch
Kunst verschaffen müsse, so dass Wissenschaft und Kunst
beim Menschen an die Stelle des Instincts der Tliiere trete,
wodurch er Schöpfer seiner selbst, ja sogar seiner Körper-
bildung und Veredlung werde. Dem zustimmend erwie-
derte Lasalle: „Diese absolute Selbstproduction ist
eben der tiefste Punkt im Menschen.“
Wir stossen hier auf einen Ausspruch, welcher der
richtigen Auffassung dessen, was wir unter Projection in
unserem Sinne verstanden wissen möchten, trefflich zu
statten kommt.
Der Sprachgebrauch des Ausdrucks „Projection“ lullt
in allen Fällen an dessen etymologischer Grundbedeutung
fest. Abgesehen vom Geschützwesen, welches alle Geschosse
Projectile, von der Architektur, welche einen Vorsprung
Projectur nennt, und von den Projecten des Geschäftslebens,
ist das Wort besonders in der Zeichnenkunst heimisch für
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