Kapp, Ernst
Grundlinien einer Philosophie der Technik: zur Entstehungsgeschichte der Cultur aus neuen Gesichtspunkten — Braunschweig, 1877

Page: 40
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Organ und Werkzeug. Die Hand als Werkzeug der Werkzeuge. Werkzeuge
die Fortsetzung vorbildlicher Organe, deren Kraft sie beliebig darüber hinaus
verstärken. Das primitive Handwerkzeug eine Art der Erscheinung des
Organs selbst. Die Entstehung des Werkzeugs im Licht der Sprache.
Werkzeuge, Waffen, Geräthe. Finden, Erfinden. Entwickelung der Werk-
zeuge und Entwickelung der Organe. Handlichkeit. Unbewusste Ueber-
tragung der Form und der Bewegungsgesetfce des Organs auf die mechanische
Vorrichtung. Rückbezügliche Verwendung des Mechanismus zur Erklärung
des Organismus. Die Grundgesetze der Mechanik. Die Sprache der Mechanik
in der Physiologie.

Es ergiebt sich nunmehr die Frage, wie die ursprüng-
lichen Werkzeuge und Geräthe beschaffen waren und wie
sie bei Völkerschaften niederster Cultur zum Theil noch
heute beschaffen sind. Ihrer Beantwortung schicken wir
eine kurze Verständigung über einige sprachliche Bezeich-
nungen voraus.
Das Wort „Organon“ bezeichnete im Griechischen zu-
nächst ein Körperglied, sodann dessen Nachbild, das Werk-
zeug, und weiterhin sogar den Stoff, den Baum oder das
Holz, woraus es verfertigt wird. Die deutsche Sprache
wechselt, jedoch nur in physiologischer Anwendung, be-
liebig mit den Ausdrücken Organ und Werkzeug, macht
also keinen Unterschied z. B. zwischen Athmungsorgan und
Atlimungswerkzeug, während auf dem mechanischen Ge-
biet lediglich von Werkzeugen die Rede ist. Die genauere
Unterscheidung lässt füglich das Organ der Physiologie
und das Werkzeug der Technik. Wie in der inneren Glie-
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