Kapp, Ernst
Grundlinien einer Philosophie der Technik: zur Entstehungsgeschichte der Cultur aus neuen Gesichtspunkten — Braunschweig, 1877

Page: 68
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Gliedmaassen und Maasse.



Die Glieder und ihre Dimension als Gliedmaassen. Die Längenmaasse, ihre
weitere Uebertragung auf Flächen und auf Kürperinhalt. Die Hand und
der Zjihlmodus. Der Fuss als Maassstab im eminenten Sinne. Sein Ver-
hältniss zu dem modernen Maass- und Gewichtsystem. Fussmessen und
Messen mit Instrumenten. Das Calendarium.



Noch stellt unsere Untersuchung erst am Eingang zu
dem mächtigen Aufschwung der heutigen Cultur, und
noch reicht der Begriff Maass auf diesem Standpunkt wenig
über die Begrenzung der Werkzeugsphäre hinaus, insofern
er vorläufig auf das, was unter Maass und Gewicht im
gewöhnlichen Leben verstanden wird, beschränkt ist.
Der Fuss, der Finger und seine Glieder, der Daumen,
die Hand und der Arm, die Fingerspanne, die Entfernung
der schreitenden Füsse und die ausgebreiteten klaffenden
Arme, eines Fingers und eines Haares Breite, als Län-
gen maasse; die HandvoH, der Mundvoll, die Faust- und
die Kopfgrösse, die Arm-, Bein-, Finger- Daumen- und
Lendendicke, als Hohl- und Raummaasse; der Augen-
blick, als Zei tmaass; der Hauch für etwas verschwindend
Kleines, sind und bleiben überall bei Jung und Alt,
beim Wilden und beim Culturmenschen als die natürlichen
Maasse unverändert im Gebrauch. „Unbewusst“, be-
merkt G. Karsten, „setzt der Mensch seinen Kör-
per als Maass stab auch an die Natur und hat von
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