Schmitt, Eduard
Vorträge über Bahnhöfe und Hochbauten auf Locomotiv Eisenbahnen / von Eduard Schmitt (Die Anlage der Bahnhöfe) — Leipzig, 1873

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I. Abschnitt.

Hauptstationen.
(Taf. I bis XIV.)
§. 15.
Gruppirung der baulichen und der Geleisanlagen.
Da der Verkehr auf Eisenbahnen ein zweifacher ist, nämlich Personenverkehr
und Güterverkehr, so ergibt sich hieraus auch sofort eine Trennung der Hauptstationen
in Personenbahnhöfe und Güterbahnhöfe. Es ist im Interesse der Sicherheit
des Betriebes und der Uebersiclitlichkeit für Ilauptstationen unbedingt erforderlich, die
Anlage des Personenbahnhofes von jener des Güterbahnhofes, sowohl was die innere Ein-
richtung, als auch was die ausserhalb sich anschliessenden Zu- und Abfahrten anbelangt,
vollständig zu trennen, was um so leichter möglich wird, als die Verwaltungen für beide
Verkehrsarten nichts mit einander gemein haben und ohne Nachtheil unabhängig von
einander betrieben werden können.
Auch der §. 53 (I. Grundzüge etc.) der technischen Vereinbarungen des Vereines
Deutscher Eisenbalmverwaltungen sagt in dieser Richtung: „Auf den grösseren Stationen
sind die Anlagen für die Beförderung der Personen von denen für Frachtgüter- und
Producte zu sondern. Beide erhalten getrennte Auf- und Abfahrten. Es ist dabei zu
berücksichtigen, dass die Uebersicht über das Ganze nicht verloren gehe und dass das
Ordnen gemischter Züge ohne grossen Zeit- und Kraftaufwand erfolgen kann.“
Nur wenn auf kleineren Hauptstatiouen der Güterverkehr sehr unbedeutend ist,
kann eine solche scharfe Trennung hinwegfallen, z. B. Bahnhof der Badischen Staats-
bahn zu Ereiburg (Taf. III.' Fig. 2) etc.
Bei den verschiedenen ausgeführten Anlagen von Ilauptstationen ist die Trennung
von Personen- und Güterbahnhof vornehmlich in zweifacher Weise durchgeführt worden:
1) Personen- und Güterbahnhof sind, obwohl iij ihrem Betriebe vollständig
getrennt, unmittelbar neben einander gelegen; die Gruppirung ist dann verschieden,
und zwar:
a) Personen- und Güterbahnhof liegen parallel, also mit ihren Langseiten an
einander grenzend, neben einander (Taf. I. Fig. 1, Taf. II. Fig. 2, Taf. III. Fig. 1,
Taf. IV. Fig. 1, Taf. V. Fig. 2, Taf. VI. Fig. 1, Taf. VIII. Fig. 1, 2, Taf. IX.
Fig. 1, 2, 3); diSse Disposition ist in grossen Städten, wo man sich mit dem Personen-
bahnhöfe dem Verkehrsmittelpunkte möglichst nähert, nicht immer anwendbar.
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