Schmitt, Eduard
Vorträge über Bahnhöfe und Hochbauten auf Locomotiv Eisenbahnen / von Eduard Schmitt (Die Anlage der Bahnhöfe) — Leipzig, 1873

Page: 149
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II. Kapitel.

Güterbahnhöfe

(Taf. I bis XIV.)
§. 61.

Trennung des Giiterlmhiihofes vom Personenbahnhöfe.
Es ist bereits in §. 15, S. 52 bis 55 bemerkt worden, dass die Trennung des
Güterbahnhofes von dem Personenbahnhöfe entweder in der Weise geschieht, dass diese
beiden Stationstheile zwar unmittelbar neben einander gelegen, jedoch in ihrer Dis-
position und ihrer Verwaltung vollständig geschieden sind, oder dass man den Personen-
bahnhof innerhalb der Stadt, den Güterbahnhof ausserhalb derselben situirt, den erstem
mit dem letztem nur durch einen oder auch mehrere entsprechend angelegte Geleis-
« stränge verbindet. Die Verlegung des Güterbahnhofes vor die Stadt pflegt besonders
in drei Fällen vorzukommen:
a) Wenn sich in der Stadt selbst kein genügend grosses und entsprechendes
Areal vorfindet;
b) wenn zwar genügend grosser Grund und Boden vorhanden, derselbe aber ver-
hältnissmässig viel zu theuer ist, und
c) wenn zwar so viel Terrain, das auch nicht zu theuer ist, vorhanden ist, um
dem anfänglichen Bedürfnisse zu genügen, wenn aber eine Erweiterung des Güterbahu-
hofes in der Zukunft gar nicht oder nur mit sehr bedeutenden Kosten möglich ist.
Hierzu wäre etwa noch als vierter Fall derjenige hinzuzufügen, wo mau ursprüng-
lich Personen- und Güterbahnhof vereinigt und in der Stadt selbst angelegt hatte, wo
aber die riesige Steigerung des Verkelu'es einen Umbau des bestehenden Bahnhofes in
der Weise erforderte, dass man dessen gesammte Grundfläche blos für die Zwecke des
Personen Verkehres benutzte, während man einen ganz neuen Güterbahnhof auf passen-
dem Terrain vor der Stadt zur Ausführung brachte.

Die Möglichkeit einer ausgiebigen und rationellen Erweiterung kann Ihr Outer-
balmhöfe nie genug berücksichtiget werden. Wenn auf diese Möglichkeit schon bei den
Personenbahnhöfen hingewiesen worden, so muss dieselbe bei Anlage von Guterbahn-
höfen in noch viel grossem Mm.ssst.be in Rücksicht gesogen werden Einige in der
Einleitung §. 12, S. 27 angeführte Daten*) neigen, wie enorm »ich binnen kürzester
Zeit der Güterverkehr auf den Eisenbahnen gesteigert und wie in Folge dessen sich auch
die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit eine, Güterbalmhofes erhoben. Aus diesem
Grunde muss daher nicht nur eine leichte, rasche und mit möglichst geringen kosten
verbundene Vergrösseruhg des Bahnhoflerrains möglich sein; sondern es muss die
Gesainmtanordnung der Güterstation schon iin Vorhinein so getroffen werden dass die
Erweiterung der Bahnhofs»,.läge thunlichst einfach, ohne Demol.ruug oder Verlegung von

Vorkehr auf dei _ ___
Köflacher Bahn um 107 Procent vermehrt.

*) Denst
Maasse erweite

26,000 stellte,
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