Schmitt, Eduard
Vorträge über Bahnhöfe und Hochbauten auf Locomotiv Eisenbahnen / von Eduard Schmitt (Die Anlage der Bahnhöfe) — Leipzig, 1873

Page: 196
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/46-A-443-1/0202
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
196

anzugeben; doch scheint es, dass man hei Hauptbahnen unter ein Ausmaass von
100,000Qm, selbst bei nicht zu grossem Verkehre, nicht gehen könne, dass man viel-
mehr meist 150,000Q'n als die untere Grenze festhalten müsse, dass aber für ganz
grosse Güterstationen ein Flächenraum von 200,000\^\™ als das äusserste Minimum
anzusehen sei.
Die Flächenräume, welche die Bahnhöfe schmalspuriger Bahnen einnehmen,
können in ihrer Längenausdehnung, entsprechend der mindern Zugkraft der Locomo-
tiven, kürzer und in ihrer Breitenausdehnung, entsprechend der geringem Breite der
Betriebsmittel, schmaler sein, als die Bahnhöfe von Bahnen mit normaler Spurweite.
Für schmalspurige Bahnen im Flachlande oder solche, welche in beiden Richtungen
nahezu gleiches Gefälle haben, ist die Längenausdehnung der Bahnhöfe um etwa die
Hälfte geringer als bei Hauptbahnen, obwohl die bei kleineren Fahrzeugen gestattete
Verringerung der Durchmesser der Achsschenkel eine entsprechende Vergrösserung der zu
transportirenden Last gestattet; es dürfte somit die Bahnhofslänge mindestens um
40 Procent kleiner anzunehmen sein. Wenn man jedoch die Verkehrsmengen bei nor-
malspurigen und bei schmalspurigen Bahnen gleich aunimmt, was bei einem angestellten
Vergleiche eigentlich erforderlich ist, so muss man entweder die Länge oder die Anzahl
der Züge auf den letzteren im umgekehrten Verhältnisse zur Mindercapacität der Fahr-
zeuge erhöhen; in beiden Fällen darf man also die Bahnhofslänge nicht nur nicht kleiner
annehmen, sondern man muss dieselbe noch wesentlich grösser machen. Das letztere
zeigt sich in noch erhöhterm Maasse, wenn auf einer schmalspurigen Eisenbahn die
Lasten zu Thal transportirt werden, wenn also in dieser Richtung sehr lange beladene
Züge gefördert werden, die aber in gleicher Länge unbeladen zurückexpedirt werden.
Dann müssen selbstverständlich die Bahnhöfe sehr bedeutende Längendimensionen
erlialten und weisen auch verhältnissmässig grössere Kosten (vergl. das.) auf, als die
Bahnhöfe der Hauptbahnen. *
Wenn man im Mittel die Spurweite schmalspuriger Bahnen mit lm annimmt, so
wird die Breite der dieställigen Stationen durchschnittlich um 50 Procent geringer sein
können, als auf den Hauptbahnen; diese Ersparniss würde sich noch etwas beträcht-
licher gestalten, wenn man auf eine Verschiedenheit der Geleisanordnungen ein-
gehen wollte.
Auf manchen schmalspurigen Bahnen, so z. B. auf der Antwerpen-Genter Bahn etc.,
haben die Wagen dieselbe Breite, wie auf normalspurigen; in einem solchen Falle
wird mithin der von einem Bahnhofe eingenommene Flächenraum in beiden Fällen eine
gleiche Breite haben müssen.

IV. Kapitel.
Einige aussergewöhnliche Bahnhofsanlagen.
(Taf. XV.)
§. 91.
Stationen der neuen Berliner Verbindungsbahn.
Die Berliner Verbindungsbahn hat vorläufig nur an jenen Punkten Bahnhöfe
erhalten, wo die übrigen in Berlin mündenden Eisenbahnen mittelst besonderer Geleise
ihren Anschluss an die Verbindungsbahn genommen haben. Diese Stationen sind:
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list