Schmitt, Eduard
Vorträge über Bahnhöfe und Hochbauten auf Locomotiv Eisenbahnen / von Eduard Schmitt (Die Anlage der Bahnhöfe) — Leipzig, 1873

Page: 212
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eine Ümfangslange von etwa 2370m hat. Von diesem Rondeau aus gehen zu beiden
Seiten je zwei Verbindungsstränge nach rechts und links zur currenten Bahn und
. zweigen sich in zwei Sturzgeleise in der
Länge von je 380m aus. Man ist also im
Stande, einen grossartigen Lahrbetriebs-
park innerhalb der Glorine zu sammeln
und daselbst zu rangiron; die Züge kön-
nen nach erfolgter Verladung in jeder
Richtung ausfahren. Mit Hinzuziehung
der beiden Sturzgeleise kann man gleich-
zeitig sechs Züge rangiren, einparkiren
und laden, ohne dass eine Störung oder
Beeinträchtigung derselben unter ein-
ander möglich ist.
Die Dimensionen und Krümmungen
dieser Geleisanlage richten sich nach
den jeweiligen localen Verhältnissen.
Der Ort der Anlage kann nach Zweck
und Erforderniss entweder in der Nähe
eines grossem Bahnhofes, einer Zwischen-
oder Nebenstation oder auch an jedem
beliebigen Punkto der freien Bahn ge-
wählt werden. Daraus geht hervor, dass
die Concentrirung aller Waffen nicht,
wie bisher, an die grösseren Bahnhöfe
gebunden ist, sondern dass es dem mili-
tärischen Disponenten der Truppenbe-
wegungen im Grossen frei steht, die
Concentrirung nach jedem Bahnpunkte,
der ihm zweckmässig dünkt, anzuord-
nen, daselbst die Glorine anlegen zu
lassen und die Einparkirung und Ex-
pedition sofort einzuleiten.
Das System der Glorine macht die
Drehscheiben zum verhältnissmässig zeit-
raubenden Umwenden der Maschinen
und die Verschiebungen der Wagen inner-
halb der Bahnhöfe überflüssig, indem es
nur wenige Minuten bedarf, um in das
Rondeau der Glorine einzufahren, den
Kreis zu durchlaufen und die auf diese
Weise umgekehrten Maschinen oder gan-
zen Zug wieder in die currente Bahn
nach links oder rechts einzuführen. In
Erwägung alles dessen scheint es in der That möglich zu sein, dass man hinnen 24
Stunden 72 Züge (Einparkirungs- und Ladungszeit pro Zug mit zwei Stunden berechnet)
expediren kann.
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