Schmitt, Eduard
Vorträge über Bahnhöfe und Hochbauten auf Locomotiv Eisenbahnen / von Eduard Schmitt (Die Anlage der Bahnhöfe) — Leipzig, 1873

Page: 235
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Aehnliche Unterscheidungen nach Classen werden auch für die Anlagen des Per-
sonen- und Güterdienstes zum Zwecke der Vereinfachung hei Aufstellung von Normal-
plänen festgesetzt, da wohl angenommen werden kann, dass an verschiedenen Orten
gleicher Einwohnerzahl und gleicher Verkehrsverhältnisse auch die gleichen Einrichtungen
gebraucht werden können. Derartige Einteilungen sind ganz willkürlich und ändern
sich häufig nach Verlauf einiger Jahre des Betriebes der Bahn, in Folge nöthig geworde-
ner Erweiterungen.
Zum Schlüsse sei noch bemerkt, dass man unter den Ilauptgeleisen einer
Zwischen- und Nebenstation mindestens zwei die Station in ihrer ganzen Länge durch-
laufende Geleise versteht, welche hei einer Doppelspur eine directe Fortsetzung der Geleise
der freien Bahn bilden. Bei einer einspurigen Bahn muss eines der benachbarten Geleise
das zweite Hauptgeleiso bilden und wird in diesem Falle häufig Ausweichgeleise
genannt. Ist eine Bahn dreispurig hergestellt, so würden drei durch die Station
laufende Geleise Ilauptgeleise zu nennen sein,

Y. Kapitel.
Zwischenstationen.
(Taf. XVI und XVIII.)
§. 104.
Allgemeine Gestaltung.
Aelinlich wie bei den Hauptstationen wird es auch bei den Zwischenstationen zu
empfehlen sein, die Anlagen für den Personenverkehr von denen für den Güterverkehr
thunlichst zu trennen. Wird man selbstverständlich hierin nicht so weit zu gehen haben,
dass man Personen- und Güterbahnhof förmlich sondert, so wird doch eine entsprechende
Scheidung der betreffenden Einrichtungen immer wünschenswertli erscheinen. Die für
den Güterverkehr bestimmte Partie wird in der allgemeinen Anlage mit der der grösse-
ren Güterbahnhöfe übereinstimmen, mit dem Unterschiede jedoch, dass dieselbe nach
beiden Seiten hin mit den Hauptgeleisen in Verbindung stehen muss, da es hier darauf
ankommt, Güterwagen den Zügen bequem und ohne Aufenthalt mitgeben zu können.
Der Bahnhof ist wo möglich immer an die der nächst gelegenen Ortschaft zugewen-
dete Seite zu legen, und insbesondere ist das Hauptgebäude auf dieser Seite desselben
zu situiren. In England findet man wohl auch in dem Falle, wo eine Zwischenstation
zwischen zwei Ortschaften von nahezu gleicher Bedeutung gelegen ist, so dass auch ein
nahezu gleich starker Verkehr von beiden Seiten nach dem Bahnhofe zu stattfindet,
die Disposition so getroffen, dass zwei Hauptgebäude, je eines zu jeder Seite der Ilaupt-
gcleise, angebracht sind.
Liegt die Zwischenstation in einem Einschnitte, so hat man auch in einigen
Fällen (in Frankreich und England), wo dies statthaft war, das Hauptgebäude brücken-
artig über die Geleise gestellt.
Vor dem Hauptgebäude pilegt man in manchen Fällen, besonders in Frank-
reich, auch bei den Zwischenstationen einen kleinen eingefriedigteu Vorhof (vergl. §. 19,
S. 59) anzuordnen.
Für die Gesammtanlage der Zwischenstationen sei auch hier vor Allem wieder
hervorgehobeu, dass eine Erweiterung der Station ohne wesentliche Aenderung des
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