Schmitt, Eduard
Vorträge über Bahnhöfe und Hochbauten auf Locomotiv Eisenbahnen / von Eduard Schmitt (Die Anlage der Bahnhöfe) — Leipzig, 1873

Page: 346
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dies ist die in Deutschland am häufigsten verkommende Methode; sie ist ökonomischer,
rvie die vorhergehende.
Bei der erstem Methode sind in der Einfriedigung des Vorplatzes an entsprechen-
den Stellen Thore anzubringen, um den Personenverkehr nach und von dem Haupt-
gebäude zu vermitteln. Bei der zweiten Methode bestimmt sich die Lage der Ein-
friedigung entweder durch die Aussenkante des Perrons oder durch die Vorderfront des
Hauptgebäudes. Die Einfriedigung bildet also im erstem Falle zu beiden Seiten des
Hauptgebäudes einen Schutz für den Perron und übergeht dann in die eigentliche
Einfriedigung der Station. Im zweiten Falle beginnt die Einfriedigung zwar auch
zu beiden Seiten des Hauptgebäudes; sie tritt aber nach aussen vor, meist bis nahe
an die äussere Front dieses Gebäudes, wodurch längs des Perrons schmale Land-
streifen abgegreuzt werden, die man theils zur Anlage von Oekonomieliöfen, Neben-
gebäuden etc., theils zur Herstellung von Anpflanzungen benutzt.
Wenn, wie dies meistens der Fall ist, der Güterschuppen zur Seite des
Hauptgebäudes angebracht ist, so muss vor dem Schuppen ein Vorhof angelegt sein,
der durch den weitern Verlauf der Einfriedigung begrenzt und mit einem Thore für
das zu- und abfahrende Fuhrwerk versehen ist. Im Uebrigen bildet die Einfriedigung
nur eine directe Begrenzung der Bahnhofsfläche, die allerdings bei grossen Haupt-
stationen noch mannigfaltige Unterbrechungen erfährt, theils um besondere Zufahrten
zu den Producten- und Kohlenverladeplätzen, zu den Werkstätten etc. zu gestatten,
theils um anderweitigen localen Verhältnissen zu genügen. An den Enden des Bahn-
hofes, wo dieser in die freie Bahn übergeht, brachte man früher auch ein Thor an;
da aber in der Regel an den Enden der Bahnhöfe Wärter- oder Weichensteller stehen,
so kommt dasselbe jetzt zumeist in Wegfall; wo es vorhanden ist, erhält es 4m lichte
Weite. Dagegen muss man, wenn daselbst ein Barrierenverschluss vorkommt, für einen
entsprechenden Anschluss desselben an die Bahnhofseinfriedigung Sorge tragen.
Die Einfahrten für die Wagen und Equipagen werden in der Regel 2,5 bis 3m
weit angelegt'; doch muss man auf grossen Hauptstationen auch bis 5m, 6m und darüber
gehen. Für Fussgänger genügt 1,5 bis 2"' Weite.
Im Allgemeinen ist die Einfriedigung der Stationen eine thunlichst einfache;
doch pflegt sie solider und dauerhafter, als die Einfriedigung der freien Bahn her-
gestellt zu werden. Wohl herrscht in dieser Richtung in verschiedenen Ländern, bei
verschiedenen Bahnverwaltungen, unter verschiedenen localen Verhältnissen auch ein
verschiedener Gebrauch. In England ist die Einfriedigung sännntlicher, grosser wie
kleiner Eisenbahnstationen eine sehr feste und solide und ist nur mit wenigen gut
bewachten Zugängen versehen.
Auf den Nebenstationen, so wie auch auf kleineren Zwischenstationen, die nicht
in unmittelbarer Nähe grösserer Ortschaften gelegen sind, wird die Einfriedigung in
ähnlicher, wenn auch sorgfältigerer Weise hergestellt, wie auf freier Bahn. Lebendige
Hecken aus Weissdorn, Schwarzdorn, Hagedorn, Akazien etc., aber auch künstliche
aus hölzernem Pfosten-, Latten- und Gitterwerk bestehende Einfriedigungen kommen
vor; Einplankungen sind seltener. Bei grösseren Stationen kommt häufig Mauerwerks-
und Eisenconstruction zur Anwendung.
„ §• 153.
Einfriedigungen im Innern der Bahnhöfe.
Auf der Bahnhofsfläche selbst werden bisweilen noch einzelne Theile derselben
besonders eingefriedigt; in dieser Hinsicht ist namentlich hervorzuheben:
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