Schmitt, Eduard
Vorträge über Bahnhöfe und Hochbauten auf Locomotiv Eisenbahnen / von Eduard Schmitt (Hochbauten für die Zugförderung und Bahnbewachung) — Leipzig, 1882

Seite: 278
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III. Kapitel.
Schuppen und offene Depots für Brennmaterial.
(Taf. XX und XXI.)
§. 61.
Brennmaterial.
Beim Eisenbahnbetrieb kommt (Heizungs-, Feuerungs- oder) Brennmaterial zu
nachstehenden Zwecken in Anwendung:
1) für die Heizung der Locomotiven,
2) für die Heizung der Wagen,
3) für das Vorwärmen des Wassers auf den Wasserstationen,
4) für den Pumpenbetrieb auf den Wasserstationen,
5) für den Werkstättenbetrieb und
6) für die Beheizung von Diensträumen.
Im Vorliegenden soll nur von jenen Baulichkeiten die Rede sein, welche sich
auf das unter 1. angeführte Brennmaterial beziehen. Zum Heizen der Locomotiven
verwendet man bekanntlich:
a) Kohle (Steinkohle, Anthracit, Braunkohle),
b) C o k e s,
c) Torf und
d) Holz.
Diese Materialien werden, bevor sie in den Tender gelangen, gewissen Manipu-
lationen unterzogen, die man allgemein als „Magaziniren“ bezeichnen kann. Dieses
Magaziniren besteht aus zwei Hauptoperationen:
a) aus dem Abladen und Aufstapeln der Materialien, sei es unter Dach oder
im Freien;

b) aus dem Aufladen in die Tender, sei es mittels Körben, in welche das Brenn-
material gepackt wurde, sei es in anderer Weise.
Betreff der erstgenannten Manipulation, die man „Magazinirung im engern
Sinne“ nennen könnte, muss man unterscheiden, ob das Material im Freien lagern
darf (wie Steinkohle, Braunkohle, Anthracit, Briquets) oder nicht (wie Cokes, Torf,
Holz); hiernach richten sich die baulichen Vorkehrungen.
Wie schon im I. Theile (in §. 9, S. 20 unter 13) gesagt wurde, zerfallen die
Schuppen und offenen Depots für Brennmaterial in zwei Gruppen, und zwar in solche,
bei denen die Maschinen Zeit haben, ihren Bedarf am Materialplatz selbst zu nehmen,
und solche, wo die Locomotiven am Zuge gespeist werden sollen. Im letztem Falle
dienen in der Regel sogenannte Bühnen oder Ladebühnen, während bei der erstem
Gruppe von Depots entweder Schuppen oder Lagerplätze im Freien in Betracht
kommen.
Ueber die Stellung solcher Baulichkeiten auf den Stationen ist schon im I. Theile
(an der eben citirten Stelle und in §. 41 auf S. 112, §. 59 auf S. 148, §. 110 auf
S. 256) das Erforderliche gesagt worden. Es wäre nur noch in Erinnerung zu bringen,
dass (wie schon im vorhergehenden Kapitel bemerkt wurde) die Schuppen und sonstigen
Depots für Kohle und Cokes nicht selten mit Wasserstationen vereinigt, bez. an diese
angebaut sind.
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