Maey, Hermann
Die Einheits-Lokomotiven der Deutschen Reichsbahn im Bild — Darmstadt, 1935

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Der Weg zu den Einheitslokomotiven
Bei der Vereinigung der sieben ehemaligen deutschen Staats-
eisenbahnen*) zur Deutschen Reichsbahn auf Grund des
Staatsvertrages vom 1. April 1920 übernahm die Reichsbahn
ungefähr 270 verschiedene Lokomotivgattungen. Eine wirtschaft-
liche Betriebsführung verlangt aber, daß nur wenige Bauarten —
für jeden Verwendungszweck also möglichst nur eine — vor-
handen sind. Zunächst gelang es, durch Ausmusterung zahl-
reicher veralteter und unwirtschaftlich arbeitender Gattungen,
die Zahl der Länderbauarten wesentlich zu verringern und zwar
bis Ende 1934 auf etwa 100. Bei diesen Zahlen sind Spiel-
arten mit oft nur unbedeutenden baulichen Verschiedenheiten
nicht berücksichtigt. Es wird nicht mehr allzu lange dauern, bis
auf den Strecken der Reichsbahn neben den Einheitslokomotiven
nur noch die neueren Länderbauarten zu sehen sind, die wegen
ihrer guten Bewährung auch noch in den ersten Jahren der
Reichsbahn in großen Stückzahlen beschafft wurden, weil ent-
sprechende Einheitsbauarten noch nicht entwickelt waren.
Die Anfänge der Einheitslokomotiven gehen auf die Kriegs-
zeit zurück, als Preußen-Hessen, Sachsen, Baden, Württemberg
und Elsaß-Lothringen die „erste deutsche Einheitslokomotive"
beschafften, um die im Feldeisenbahndienst besonders unan-
genehm empfundene Vielheit der Lokomotivbauarten nicht noch
weiter zu vergrößern. Es war die 1 E (h3) Güterzuglokomotive
der Gattung G 12, die bei der Reichsbahn die Bauartreihen-
bezeichnungen 582'3,584,585,5810'22 mit dem Betriebsgattungs-
zeichen G 56.16 erhielt. Von streng durchgeführter Normung
und von Austauschbau konnte aber damals bei der G 12 noch
keine Rede sein.
Im Jahre 1918 begann dann der Engere Lokomotiv-Normen-
Ausschuß (Elna) mit den Vorarbeiten für die Normung und die
einheitliche Benennung der Lokomotiveinzelteile. Auf Anregung
der Deutschen Reichsbahn wurde im Jahre 1922 von den Loko-
motivfabriken gemeinschaftlich das „Vereinheitlichungsbüro"
*) Preußisch-Hessische/Sächsische^ayerische^adische/Württembergische
und Oldenburgische Staatseisenbahnen sowie Mecklenburgische Friedrich-
Franz-Eisenbahn.
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