Das deutsche Eisenbahnwesen der Gegenwart. (Bd. 1) — Berlin, 1911

Page: 84
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/48-A-1087-1/0083
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
Der Eisenbahn-Oberbau.

79

JH_4

anstoßenden Bctriebsgleise, und zwar um dasjenige Maß,
welches der Bühnenkörper erfordert, um für das Tragen eines
Fahrzeuges stark genug zu sein. Wenn auch dieser Höhen-
unterschied nach Möglichkeit klein gehalten wird, so macht er
doch in allen Fällen eine Einrichtung zu seiner Überwindung
nötig. Diese besteht aus Auffahrzungen, die in unbelastetem Zu-
stande, also beim Bewegen der Bühne, durch Federn so weit
hochgehoben werden, daß sie die Zufahrgleise der Schiebebühne
nicht berühren, beim
Auffahren eines Fahr-
zeuges aber durch
dessen Räder auf die
Schienenköpfe herunter-
gedrückt werden und
so eine Rampe für den
Auf- oder Abstieg
bilden.
Den Hauptteil des
Schiebebühnenkörpers
bilden, wie bei den
Drehscheiben, zwei
Längsträger, die unter
sich durch Querträger
verbunden sind. Zu
beiden Seiten dieser
Brücke finden die Lauf-


Eine neuere Ausführung, die besonders kräftige Hauptträger
nötig gemacht hat und bei der an jedem Ende des Bühnenkörpers
vier hintereinanderliegende Laufräder angeordnet sind, ist in
Abbildung 62 dargestellt. Es ist dies eine Schiebebühne für
Lokomotiven und D-Wagen größter Art, deren Hauptträger den
etwa 19 m betragenden Abstand der beiden Laufschienen ohne
Mittelunterstützung überspannen.
Für dieLänge von Schiebebühnen wie für die Einzelanordnungen,
z.B. für die Feststellung
und derartiges sind die
bei den Drehscheiben
angegebenen Verhält-
nisse maßgebend.

1_
1
1
1
1

Abb. 60. Schiebebühnenanordnung Abb. 61.

mit Unterbrechung der Gleise.

mit durchlaufenden Gleisen.

Die Fortbewegungs-
vorrichtungen
der Schiebebühnen, we-
nigstens der vielbenutz-
ten, haben immer mehr
die Rücksichtnahme auf
das Bedürfnis nach Be-
schleunigung erfordert.
Die Bewegung durch
Menschenkraft ist gegen-
wärtig ganz auf die
kleinen Bühnen be-



W7}
k I
Xv
Li
r. .

|\fl
-y'
n 1


Abb. 62. Schiebebühne für Lokomotiven und D-Wagen.

ler ihren Platz in demjenigen Abstande vom Fahrgleise, der
t Rücksicht auf die freizulassende Umgrenzungslinie des
iten Raumes zulässig ist. Außerdem haben wenigstens die
ißeren Schiebebühnen an geeigneter Stelle einen Ausbau der
hnenfläche zur Aufnahme der Fortbewegungsvorrichtung.
Die Schiebebühnen ruhen auf mindestens vier,
S Lwf'verk. die größeren auf sechs oder acht Rädern. Bei
er vierrädrigen Bühne erhalten sämtliche Räder Spurkränze,
die sichere Führung übernehmen zu können. Bei sec s
dern können die beiden mittleren doppelte oder die vier
Seren einfache Spurkränze erhalten, bei acht Rädern m er
Ordnung von je zweien hintereinander weiden cntvve er
r äußeren oder die vier inneren mit einfachen Spur ranzen
sehen, die übrigen sind lediglich Tragräder mit ebener Laut-
-he. Statt der doppelten Spurkränze verwendet man auch
fache in der Mitte der Radlauffläche. So gestaltete Ra
ordern eine Unterstützung durch zwei mit -wiscien
ineinander verlegte Laufschienen.

schränkt, während Schiebebühnen für Wagen und Lokomotiven
auf den deutschen Bahnen kaum noch anders als durch mecha-
nischen Betrieb bewegt werden. Dabei ist auch die Dampfkraft
schon verdrängt, und die herrschende Betriebskraft ist heute die
Elektrizität. Die Erhöhung der Geschwindigkeit, mit der das
einzelne Fahrzeug mit Hilfe der Schiebebühne abgefertigt wird,
bezieht sich nicht nur auf das schnellere Fortbewegen der Bühne
selbst, sondern auch auf das Heranholen und Ablaufenlassen ins-
besondere der Wagen. Auch diesem dient der Motor auf der
Schiebebühne, die zu dem Zweck mit elektrisch betriebenen
Spi'ls ausgerüstet ist.
der Schiebebühnen der deutschen Bahnen ist eine
wesentlich geringere als diejenige der Drehscheiben.
Es waren vorhanden mit Lauf grübe 1903: 465, 1908: 472, ohne
Laufgrube 1903: 306, 1908: 315, wobei, wie auch bei den Dreh-
scheiben, die in Werkstätten, Lokomotiv- und Wagenschuppen.
Güterschuppen usw. befindlichen mitgerechnet sind.

Die Anzahl
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list