Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 45
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Bremsen.

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Schraubenfeder in ihrer richtigen Lage ge-
halten. Bei Lokomotiven mit an den Brems-
traversen befestigten Bremsklötzen werden die
letzteren nach Abb. 53 durch eine Flachfeder,
an die sich der Bremsklotz stützt, im gleichen
Abstand vom Radreifen gehalten.
Was das Bremsklotzgehänge betrifft, so sind
mannigfacheAusführungsformen in Anwendung.
Abb. 54 zeigt ein Gehänge für Holzklötze;
der Klotz ist mittels Holzschrauben an dem
Hängeisen befestigt.
Abb. 55 stellt einen Bremsklotz vor, wie
solcher früher häufig bei Tenderbremsen an-
gewendet wurde. Die Horizontalschnitte des
Hängeisens sind Mförmig und ist daher diese
Bauart geeignet, den auftretenden Biegungs-
momenten gut Widerstand zu leisten.
Andere sehr häufig vorkommende Brems-
klotzgehänge zeigen die Abb. 50, 51 u. 52.
Bezüglich der zum Nachstellen der Brems-
klötze in Verwendung stehenden Vorrichtungen
s. B r e m s k 1 o t z n a c h s t e 11 v o r r i c h t u n g e n.
Das Material der Bremsklötze ist fast
ausnahmslos Gußeisen, dem öfters Stahlspäne
zugesetzt werden. Harte Bremsklötze verur-
Sachen manchmal beim B. ein unangenehmes
Kreischen, das besonders bei Stadtbahnen
unangenehm empfunden wird. Für diese emp-
fiehlt sich die Verwendung von weicheren
Bremsklötzen aus Grauguß, ohne Stahlspäne-
zusatz. Früher wurde vielfach als .Material für
die Bremsklötze Linden- oder Pappelholz ver-
wendet. Hölzerne Bremsklötze haben jedoch
den Obelstand, daß sie bei länger andauerndem,
kräftigem B. infolge der durch die Reibung
entwickelten Wärme leicht dem Verkohlen
oder Verbrennen ausgesetzt sind, wodurch bei
Gebirgsbahnen bedeutende Erschwernisse des
Verkehrs entstehen. Ein weiterer Nachteil der
Holzklötze ist deren rasche Abnutzung, wo-
durch ein häufiges Nachstellen der B., bzw.
Auswechseln der Klötze erforderlich wird. Bei
Zahnradbahnen, bei denen in der Talfahrt
die Lokomotive kräftig gebremst werden muß,
hat der von eisernen Bremsklötzen sich bildende
Eisenstaub zum Warmlaufen von Treib und
Kuppelzapfen der Lokomotive Veranlassung
gegeben, so daß bei diesen Lokomotiven noch
vielfach hölzerne Bremsklötze angewendet
werden.
D. Stand der Bremseinrichtungen in
den einzelnen Staaten.
Die in den meisten Staaten bestehenden
Vorschriften erfordern das Vorhandensein von
B. in solcher Zahl und Leistungsfähigkeit,
daß bei den in Verkehr gesetzten Zügen ein
nach Maßgabe der Gattung der Bahn, der
Züge und der Steigungsverhältnisse bestimmter

Teil der Achsen, bzw. der Bruttolast gebremst
werden kann (s. Bremsbrutto).
In einer Reihe von Staaten ist durch Ge-
setze und Verordnungen den Bahnverwaltungen


Abb. 47.



Abb. 49.


die Einführung durchgehender B. innerhalb
gewisser Grenzen vorgeschrieben.
So bestimmt in Deutschland die Eisen-
bahn-Bau- und Betriebsordnung, daß per-
sonenführende Züge, die mit Geschwindigkeit
von über 60 km i. d. Stunde fahren, mit einer
durchgehenden selbsttätigen Bremse gebremst
sein müssen.
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