Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 53
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/48-A-1089-03/0065
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
Bremsersitze. — Bremsklotznachstellvorrichtungen.

53

hinausragen, dabei muß der Raum zwischen den
Buffern so bemessen sein, daß eine zwischen
diese tretende Person nicht gefährdet wird.
Bei den offenen B. darf ebenso wie bei
Bremsplattformen das Fußtrittbrett nur so hoch
über der Schienenoberkante liegen, daß beim
Durchfahren von Tunneln, Unterfahren oder
Passieren anderer Objekte ein Mann unge-
hindert noch aufrecht stehen kann.
Für den Bereich des VDEV. sind über B.
in den T. V. Auflage 1909, die entsprechenden
Vorschriften enthalten.
Nach § 78 der TV. müssen die außerhalb des
für die Stirnseiten der Fahrzeuge vorgeschriebenen
freien Raumes (die Abmessungen dieses Raumes
sind in der Breite mit „mindestens 400 nun zu
beiden Seiten der äußersten Teile der Zugvorrich-
tung", in der Höhe „mit 2000 nun über Schienen-
oberkante" und in der Längsrichtung der Fahrzeuge,
von der Stoßfläche der nicht eingedrückten Buffer
ab gemessen, „mit 300 nun, vermehrt um das Maß
der Buffereindrückung [Bufferspiel]" festgesetzt) vor-
springenden Teile der B. sowie der Bremserhütten,
ausschließlich der Fußtrittbretter, hinter der Stoß-
fläche der nicht eingedrückten Buffer mindestens
A0 nun, vermehrt um das Maß der Buffereindrückung
zurückstehen.
Nach § 135 der TV. müssen Fußtritte an den
Langseiten der Wagen mindestens 300 nun hinter
der Stoßfläche der nicht eingedrückten Buffer zu-
rückstehen.
Durch § 116, al. 1 der TV. sind die Auslade-
maße für Breite und Höhe bestimmt; desgleichen
ist in al. 4 besonders angegeben, daß die Fuß-
bretter der B. höchstens 2850 nun über Schienen-
oberkante liegen dürfen.
Nach § 131 der TV. müssen nicht vollständig ge-
schlossene B. mit Schutzgeländern versehen werden;
ferner sollen die B. der mit Handbremsen ausge-
rüsteten Wagen, die in Schnellzügen Verwendung
finden, vollständig geschlossen sein, und Güterwagen
mit Handbremse, aber ohne vollständig geschlossenes
Bremserhaus, mit gedeckten und von 3 Seiten ge-
schlossenen Bremserhütten oder mit überdachten
Bremserständen versehen sein. Schiitzenhoferjun.
Bremsklotznachstell Vorrichtungen
(brake block adjusting gears; dispositifs de
reg läge du sabot de frein; apparecchi di regis-
trcizione clel ceppo).
Durch den andauernden Gebrauch der
Bremse ergibt sich eine fortschreitende Ab-
nutzung der Klötze, so daß von Zeit zu Zeit
ein Nachstellen derselben und schließlich der
vollständige Ersatz durch neue vorgenommen
werden muß.
Das Nachsetzen der Bremsklötze kann von
Hand oder selbsttätig erfolgen. Es wird bei
Druckstangen durch die Verlängerung eines
Gestängeteiles, bei Zugstangen durch die Ver-
kürzung eines solchen bewirkt.
Diese Längenänderung kann von Hand
entweder durch versteckbare Bolzen oder
Schraubenspindeln bewerkstelligt werden.

Die selbsttätige Nachstellung kann stetig oder
periodisch wirkend sein. Sie ist stetig, wenn der
Bremsklotzabstand annähernd gleich erhalten
wird (Schraubenspindel und Sperrad) oder
zeitweilig, wenn sich der Abstand zwischen
zwei Grenzen bewegt (Zahnstange oder Zahn-
segment).
Der kleinste Bremsklotzabstand darf ein
gewisses, praktisch ermitteltes Maß nicht unter-
schreiten. Die Gründe sind aus nachfolgendem
zu ersehen.


Abb. 56. Sinkt bei Belastung des Wagens
der Punkt a um 50 mm, so wird der Brems-
klotzabstand um etwa 3 mm vergrößert. Nach
Entladung des Wagens verkleinert sich der
Bremsklotzabstand wieder um 3 mm, hat zufällig
die Vorrichtung vorher auf den Mindestabstand,
z. B. 10 mm, nachgestellt, so wird dieser nun-
mehr auf 7 mm verringert. Ist demnach der
Mindestabstand zu klein gewählt, so kann in
dem gegebenen Falle, besonders in Bahn-
krümmungen, ein Schleifen der Bremsklötze
eintreten. Je tiefer die Bremsklötze unter Rad-
mitte aufgehängt werden, desto ungünstiger
wird sich dieser Übelstand bemerkbar machen.
A. Von Hand zu betätigende B.
Abb. 57 zeigt eine Einrichtung, die er-
möglicht, die wirksame Länge der Haupt-
zugstange w h zu regeln, indem man das
Auge des großen Bremswellenhebels mit einem
solchen nach rechts folgenden der Hauptzug-
stange verbindet. Hierdurch werden die sämt-
lichen an dem Bremsgestänge befestigten
Bremsklötze den Radumfängen genähert.
Eine andere B. zeigt die Abb. 58. Hier-
bei erhalten die Zugstangen auf der Seite der
Bremstraverse ein Schraubengewinde. Die
Traverse hat zwei Bohrungen durch die die
Zugstangen z1 und z2 leicht hindurchgesteckt
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list