Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 77
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Briefbeutelabgabe- und -fangvorrichtung. — BriLsch-Nordamenka.

Cacheleux hat seinerzeit (Pariser Weltaus-
stellung 1889) vorgeschlagen, die Briefbeutel
in einem Kanäle zwischen den Gleisen aufzu-
stellen, aus dem sie vom Wagen aufge-
nommen werden; ein zweiter Kanal wäre für
die Abgabe der Briefbeutel an die Station be-
stimmt; selbsttätig wirkende elektrische Klingel-


Abb. 83.

werke würden der Station und den Post-
wagenbegleiter die vollendete Aufnahme und
Abgabe des Postbeutels anzeigen. Zur Aus-
führung ist das System nicht gekommen.
Literatur: Heusinger, Handbuch der speziellen
Eisenbahntechnik. Bd. 11, 1870. — Verordnungsblatt
des österr. Handelsministeriums für Eisenbahnen
und Schiffahrt. Nr. 119, 1889. — Schwz. Bauztg.
Nr. 7, 1889. — Railw. and Eng. Rev. Nr. 6, 1898.
Das Eisenbahnmaschinenwesen der Gegenwart. I. Ab-
schnitt, II. Teil. 1898. Birk.
Brienz-Rothorn-Bahn (Schweiz, Berner
Oberland), eine von dem Gestade des Brienzer
Sees (570 m ü. M.) ausgehende Zahnbahn mit
2teiliger Abtscher Stange nach dem Gipfel
des Rothorns. Die Betriebslänge der am 17. Juni
1892 eröffneten Bahn beträgt 7*781 km in
schiefer Messung, die Spurweite 0'8 m, der
kleinste Bogenhalbmesser 80 m und die Größt-
steigung 250%. Die Station Rothorn-Kulm
liegt 2252 m ii. M. und bietet eine großartige
Aussicht auf die Berner Alpen. Der Höhen-
unterschied beträgt daher 1682 m. Die größte
zulässige Fahrgeschwindigkeit beträgt 10 km!Std.
Am 31. Dezember 1908 betrug der Bauwert der
Bahn für Bahnanlagen, feste Einrichtungen,
Mobiliar und Gerätschaften 2,004.1 18 Fr., der
Bilanzwert dagegen - infolge Liquidation
387.904 Fr. In Brienz ist Anschluß an die
künftige rechtsuferige Brienzerseebahn vorge-
sehen. Di etter.
Britisch-Guayana hatte (1910) Eisenbahnen
in der Gesamtlänge von 167 km. Die eine
gehört der Demerara-Eisenbahngesellschaft und

geht von dem Haupthafenplatz der Kolonie
Georgetown nach Rosignol (97 km) und von
Vreedenhoop nach Greenwich (25 km), die
andere ist Eigentum des Geschäftshauses
Sproston und geht von Demerara nach
Essequebo. Die Bahnen dienen augenscheinlich
nur den örtlichen Bedürfnissen der Bewohner
des Küstengebietes.
Britisch - Nordamerika (Dominion of
Canada).
I. Entstehung und Entwicklung der Eisenbahnen.
II. DerStaat und die Eisenbahnen, Eisenbahngesetz-
gebung. — III. Der neueste Stand der Eisenbahn.
IV. Die elektrische Eisenbahnen.
I. Die englische Kolonie Kanada (Britisch-
Nordamerika) erstreckt sich über den ganzen
Norden des amerikanischen Weltteils vom
atlantischen bis zum stillen Ozean. Ihr
Flächenraum übersteigt mit 8,852.583 km2 den
von ganz Europa, die Zahl ihrer Einwohner
betrug im Jahre 1910 7,489.781. Sie hat sich
insbesondere in den letzten Jahren durch
Einwanderung stark vermehrt. Das Land zeigt
in seinen einzelnen Gebieten ganz ver-
schiedene klimatische Verhältnisse. Oberhalb
der Hudsonsbai und am Melvillesund hat es
einen durchaus arktischen Charakter, die Gebiete
am stillen Ozean zeigen eine üppige Vegeta-
tion wie in den südlichen Ländern Europas,
in den mittleren Teilen ist eine gemäßigte
Provinz mit einem außerordentlich fruchtbaren
Boden für alle Arten von Getreide, Gräsern,
Blumen und Hölzern. Insbesondere der
Weizenbau hat in der letzten Zeit, haupt-
sächlich in den Provinzen 'Manitoba, Alberta
und Saskatchevan, eine bis dahin ungeahnte Aus-
dehnung genommen. In diesen drei Provinzen
wurden im Jahre 1908 allein an Weizen
100 Millionen Busheis erzeugt und jetzt schon
werden große Mengen Weizen nach den Ver-
einigten Staaten von Amerika ausgeführt. Der
Wert der im Jahre 1909 gehobenen Mineralien
(Kohlen, Petroleum, Eisen, Gold, Silber,
Kupfer, Blei u. s. w.) stellte sich auf mehr
als 90 Millionen $ (360 Millionen M.). Die
Ausbeute aller dieser Bodenschätze ist wesent-
lich gefördert worden durch den Ausbau des
Eisenbahnnetzes.
An Verkehrsstraßen hatte die Kolonie vor
dem Zeitalter der Eisenbahnen hauptsächlich
den mächtigen St. Lorenz-Strom mit seinen
zahlreichen Nebenflüssen. Seine Verlängerung
bilden die fünf großen mittelamerikanischen Seen,
die durch Kanäle miteinander verbunden sind.
Bedeutsame Hafenanlagen sind in Quebek und
in Montreal (mit fast 600.000 Einwohnern).
Wohl zum Teil eine Folge des Vorhandenseins
natürlicher Verkehrsstraßen ist, daß die Eisen-
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