Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 84
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/48-A-1089-03/0096
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
84

Britisch-Südafrika.

Jahre 1898 unternommenen Versuch, die Schmal-
spur von 0*61 m auf einzelnen Strecken (Port
Elisabeth-Avontuur und Katabas-Hopefield) ein-
zuführen, scheint man mehr und mehr zurück-
zukommen, soweit es sich nicht um die Be-
friedigung örtlich beschränkter Verkehrsbedürf-
nisse handelt.
Durch Bundesgesetz vom 25. April 1911
ist der Bau folgender Eisenbahnstrecken in
der Südafrikanischen Union bewilligt worden;
In Kap1and:
1. Caledon-Kykoedie und darüber hinaus (50 engl.
Meilen). 2. Graafwater-Nordnfer des Olifant River
und nicht mehr als sechs Meilen darüber hinaus
(37 engl. Meilen). 3. Gamtoos-Patentie über Hankey
(0*61 m Spurweite) (18 engl. Meilen). 4. Llewellyn-
Franklands (5 engl. Meilen).
In Transvaal:
1. Zeerust-Buurmanns-Drift über Ottoshoop (Ver-
bindung der Endstationen der Johannesburg-Krugers-
dorp-Zeernst und der Mafeking-Buurmanns-Drift-
Bahnen) (31 engl. Meilen). 2. Piet Retief-Vryheid
(Almons's Neck) (683/4 engl. Meilen). 3. Sabi-Graskop
(21 engl. Meilen).
Im Oranje-Freistaat:
1. Reitz-Frankfort (48 engl. Meilen). 2. Bindley
Road-Senekal (33 engl. Meilen).
In Natal:
1. Stuarts Town-Union Bridge, (0*61 m Spurweite)
(16 engl. Meilen). 2. Winterton - Bergville (18 engl.
Meilen). 3. Greytown-Krantzkop (33 engl. Meilen).
Dasselbe Gesetz bestätigt einen zwischen
dem Eisenbahn- und Hafenminister des
Bundes mit der Messina (Transvaal) Develop-
ment Company und der Messina (Transvaal)
Eisenbahngesellschaft abgeschlossenen Vertrag,
nach dem die Regierung den Bau einer Bahn
mit Kapspur übernimmt von dem Endpunkt
der sog. Selati-Erweiterungsbahn nach einem
Punkte auf der Earm Zoemakaar am Dwaars-
Flusse, der auf der bestehenden Linie Pieters-
burg-Bandolier Kop liegt, und dann von
Bandolier Kop nach Messina. Die Länge der
neuen Linie wird auf 148 engl. Meilen ge-
schätzt. Die Kosten, 792.000 £, trägt die Re-
gierung, die die Bahn 10 Jahre lang verwaltet.
Nach Vollendung der zurzeit im Bau be-
griffenen und bewilligten Bahnen wird die
Bundesregierung ungefähr 13.805 £/// mit einem
Anlagekapital von 77,333.514 T? (31. Dez. 1910)
besitzen.
Die Roheinnahmen für das Rechnungs-
jahr 1910 betrugen: 12.056*871 £, und zwar
aus dem Personenverkehr 2.812.577, aus dem
Expr.eßgutverkehr (Pakete) 277.527, aus dem
Güterverkehr 8,291.525, aus dem Tierverkehr
384.802, aus sonstigen Quellen 290.440 £.
Die Ausgaben betrugen 5,857.250 'M, für Er-
neuerungen 740.661 £, zusammen 6,597.911 t,

mithin Überschuß 5,458.960 £. Die Zahl der
Zugmeilen belief sich auf 23,580.646.-
Am 31. Dezember 1910 waren vorhanden:
1399 Lokomotiven, 2072 Personen- und 22.589
Güterwagen; dazu 25 Lokomotiven, 69 Per-
sonen- und 259 Güterwagen mit 0*61 m
Spurweite.
Auf den südafrikanischen Bahnen werden
die Personenzüge durchschnittlich mit folgenden
Geschwindigkeiten gefahren:
Auf den Kapländischen Bahnen: 48 bis
65 km Std.,
auf den Natalbahnen: 32 bis 48 km Std.,
auf den Zentralsüdafrikanischen Bahnen bis
zu 65 km Std.
Als durchschnittliche Reisegeschwindigkeit
ergeben sich hiernach 31 bis 35 k/n/Std.
1. Kapkolonie.
Die erste 12 km lange Eisenbahn von Kap-
stadt südöstlich nach Wynberg wurde im
Jahre 1864 eröffnet; dann folgte die Linie
von Kapstadt nach Wellington, 89 km. Diese
beiden von Privatgesellschaften erbauten Bahnen,
die die europäische Vollspur hatten und später
auf Kapspur (1*067 m) umgebaut wurden, über-
nahm 1873 die Kolonialregierung, die seitdem
alle wichtigeren Bahnen als Staatsbahnen
baut und betreibt.
Bei dem Mangel an Straßen und schiff-
baren Flüssen in der Kolonie erkannte die
englische Regierung frühzeitig die Notwendig-
keit eines planmäßigen Bahnbaues und sorgte
für ein Bahnnetz, das sich auf der Grund-
lage der drei Haupthäfen: Kapstadt, Port
Elisabeth und Ost-London von diesen aus
vorwiegend in nördlicher Richtung in das
Land hinein erstreckte und zum Weiterbau
der Bahnen nach der Oranjefluß- und Trans-
vaalkolonie, später nach Betschuanaland und
Rhodesia führte. Diese drei Hauptlinien sind
folgende:
1. Das westliche Netz von Kapstadt nord-
östlich durch die Kapkolonie über Worcester,
Beaufort West, De Aar, Kimberley, Vryburg,
Mafeking, weiter durch Betschuanaland ent-
lang der Grenze des Oranje-Freistaates und
des Transvaal bis zum Anschluß an die Rho-
desischen Bahnen, über Bulawayo (2233 km)
nach Salisbury (21\5 km), nach Brokenhill
(320S km) und bis zur Südgrenze des Kongo-
staates (3456 km).
2. Das Mitteil and netz, von Port Elisabeth
in nordwestlicher Richtung über Middelburg
nach Colesberg und bis Norvals-Point am
Oranjefluß, in seinem ersten Teil im Jahre
1876 hergestellt, später durch die Oranjefluß-
Kolonie hindurch nach 4'ransvaal hinein ver-
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list