Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 85
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Britisch-Stidafrika.

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längert über Bloomfontein, Kroonstad, Johan-
nesburg, Pretoria bis Pietersburg. Port Elisa-
beth-Johannesburg: 1150 km, Johannesburg-
Pretoria: 74 km.
3. Das östliche Netz, von Ost-London in
nordwestlicher Richtung in den Kohlenbezirk
von Molteno, gegen den Oranjefluß (der
die Grenze zwischen der Kapkolonie und
dem einstmaligen Oranje-Freistaat bildet), in
Springfontein in die unter 2 genannte Stamm-
bahn einmündend (Ost-London-Johannesburg
1070 km).
Zwischen diesen Hauptlinien sind eine An-
zahl Querbahnen, als schmalspurige Neben-
bahnen, vorwiegend von Südost nach Nord-
west gerichtet, hergestellt worden.
Zwei Hauptbahnen von geringerer Bedeu-
tung, mit 0*61 m Spurweite vgl. oben S. 84,
sind die Linien von Port Elisabeth in west-
licher Richtung nach Avontuur, 286 km, und,
im Südwesten der Kolonie, von Kalabas, nörd-
lich Kapstadt, über Kraal nach Hopefield, 76 km.
Im Jahre 1899, zu Beginn des Burenkrieges,
hatte die kapländische Regierung ihr Bahnnetz
mit dem des Oranje-Freistaates an zwei
Punkten verbunden und bei Vryburg den
Anschluß an die Betschuanalandbahn nach
Mafeking und Bulawayo erreicht.
An Privateisenbahnen der Kapkolonie
sind zu nennen :
Die 69 km lange Linie von Port Alfred
nach Grahamstown, der Kowie Eisenbahn-
Gesellschaft gehörig, ein Glied des Mittelland-
netzes.
Die im Namaqualand liegende Bahn von
der Grube O’okiep und Springbock nach
Port Nolloth im Nordwesten der Kolonie,
149 km lang, im Besitze der Kapländischen
Kupferbergwerksgesellschaft, hauptsächlich der
Erzverfrachtung dienend, Spurweite 76r/;z;
ferner die Strecke Worcester-Junction-
Mossel-Bay 328 kmf der New Cape Central-
Eisenbahn-Gesellschaft gehörig; diese Strecke
war in 61 cm Spurweite hergestellt und wurde
später in Kapspur umgebaut;
eine 1904 vom Parlament genehmigte kurze
Schmalspurbahn von Knysna aus landeinwärts,
26*5 km, ist noch im Bau.
Ferner wurde 1905 der Bau zweier Privat-
bahnen genehmigt, von dem Hafen Port St. Johns
an der Ostküste in nördlicher Richtung nach
Kokstad, 228 km; und in westlicher Richtung
von Isenuka an der vorgenannten Linie nach
Umtata, 122 km; für beide Bahnen, die das
Pondo- und Griqualand erschließen sollen,
will die Regierung eine Unterstützung von
1500 1 auf die englische Meile gewähren.

Neubaupläne. Eine im Jahre 1906 vom Parlament
angenommene Gesetzesvorlage für den Bau neuer
Bahnen (in einer Gesamtlänge von 1129 km mit
3,405.000 Anlagekosten), die im wesentlichen zur
Förderung der Landwirtschaft hergestellt werden
sollen, sieht namentlich folgende Hauptlinien vor:
1. George-Oudtshoorn, 75 km.
2. Von Butterworth nach idutywa, 42 km.
3. Riverside-Llewellyn, 43*5 km.
4. Belville-Durbanville, und Walmer-Port Elisa-
beth, 5*6 km.
5. Von Ceres-Road, an der Stamm bahn Kapstadt-
Worcester, nach Ceres.
6. Von Mafeking nach Buurman's Drift Siding
14-9 km.
7. In der Umgebung von Kapstadt: von Maitland
nach Wynberg und Diep-River, 14-9 km.
Außerdem soll eine Anzahl Bahnen für die
Bedürfnisse der Landwirtschaft gebaut werden,
bei denen von vornherein die Vorschriften der
Haftpflicht wesentlich abgeschwächt sind.
Durch das neue Gesetz wird ein Abkommen
vom 15. Juni 1906 zwischen I’ransvaal und
Oranjefluß-Kolonie einerseits und der Kap-
regierung anderseits über den Bau einer Eisen-
bahn (Querbahn) von Bloemfontein nach
Kimberley genehmigt. Diese Querbahn, die
mit Ausschluß des letzten Streckenteils nur
Gebiete der Oranjefluß-Kolonie durchläuft,
bringt Kimberley den Vorteil einer kürzeren
Kohlenzufuhr für seine Diamantgruben und
verschafft der Oranjefluß-Kolonie ein Absatz-
gebiet auf dem Markte von Kimberley.
In der Nähe von Deutsch-Süd west-
afrika oder mit einer Richtung dahin be-
stehen folgende vier Linien:
1. Die schmalspurige, bereits erwähnte Bahn
Port Nolloth — O'okiep.
2. Von Kapstadt über Malmesbury und
Piquetberg nach Endekuil, Kapspur, 207*6 km
lang, deren Verlängerung in nördlicher Richtung
auf van Rhyns Dorp um rund 86 km durch
Gesetz von 1906 beschlossen ist.
3. und 4. Von Victoria, Station der west-
lichen Stammbahn (Hutchinson) nach Car-
narvon und von De Aar nach Prieska.
Diese beiden, bis jetzt nur kurzen Stichbahnen
sind am 1. August 1906 und im Jahre 1905 in
Betrieb genommen worden. Der Weiterbau
etwa über Kenhardt nach Upington, nahe der
südöstlichen Ecke des deutschen Schutzgebietes,
scheint einstweilen vertagt zu sein.
Bauliche Ausführung. Die Bahnen sind
im allgemeinen gut gebaut und ausgestattet,
weisen aber zur Vermeidung größerer Erd-
arbeiten sehr starke Steigungen und scharfe
Krümmungen auf; die größeren Stations-
gebäude sind aus Stein, Ziegeln oder Beton
erbaut, die Bahnsteige in Höhe der Wagen-
fußböden angelegt, die Gebäude auf kleineren
Stationen aus Holz oder Wellblech mit 45 cm
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