Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 86
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Britisch-Südafrika.

hohen Bahnsteigen errichtet. Der Oberbau
besteht aus Breitfußschienen mit einem metri-
schen Gewicht zwischen 22*9 und 405 kg,
die mit flachen oder Winkellaschen verbunden,
seit dem Jahre 1895 vorwiegend auf Quer-
schwellen aus eingeführtem Hartholz verlegt
werden. Gewöhnliche Holzschwellen wider-
standen, selbst mit Tränkung, dem Angriffe
der weißen Ameisen nicht. Die später, seit
1881 verwendeten eisernen Schwellen wurden
vielfach durch Rost zerstört oder erhielten
Sprünge in den Bohrlöchern (anscheinend
waren sie wohl zu schwach in ihren Abmessun-
gen); auch die Anordnung gußeiserner Glocken-
(Kalotten-) Unterlagen wurde wieder aufgegeben,
weil sie sich auf die Dauer nicht bewährten.
Neuerdings wurden vielfach die Steigungen und
Krümmungen der Bahn abgeflacht, die Brücken,
soweit erforderlich, verstärkt und Lokomotiven
mit erhöhtem Raddruck eingeführt.
Das Bahnnetz hat 10 durchweg eingleisige
Tunnel, der längste ist 2'85 km lang. Längere
Brücken von beträchtlichen Spannweiten kom-
men mehrfach vor, so die Oranjefluß- und
die Vaalfluß-Brücken mit je 1 1 Spannweiten
von je 39*6 m.
Betriebsergebnisse. Die Betriebsergeb-
nisse der kapländischen Staatsbahnen hatten
sich in den letzten Jahren seit Beendigung
des Burenkrieges fortgesetzt verschlechtert,
insbesondere wurde der starke Verkehrsrück-
gang im Jahre 1908 zum großen Teil durch
das Darniederliegen des europäischen und
amerikanischen Diamantenmarktes herbeigeführt.
Die De Beers-Gesellschaft sah sich zu weit-
gehenden Betriebseinschränkungen und Arbeiter-
entlassungen genötigt; der überseeische Güter-
verkehr von Kimberley nahm infolgedessen um
60% ab. Während sich das Anlagekapital in
den Jahren von 1889 bis 1903 durchschnittlich
mit 50 % verzinst hatte, ging die Rente im
Jahre 1908 unter 2% zurück; die Rohein-
nahme, die in den Jahren 1902 und 1903
noch eine Höhe von rund 5,300.000 £ er-
reicht hatte, fiel 1908 bis nahezu auf die
Hälfte und erreichte einen Stand wie im
Jahre 1895. Mit dem Jahre 1909 ist aber wieder
eine erhebliche Besserung eingetreten, die zur-
zeit noch anhält und im wesentlichen auf
eine starke Verminderung der Betriebsaus-
gaben zurückzuführen ist.
Der Bestand an Fahrzeugen umfaßte Ende
1909: 658 Lokomotiven, 4 Triebwagen, 1049
Personen- und 12.569 Güterwagen. Am
1. Januar 1908 trat ein mit den Zentralsüd-
afrikanischen Eisenbahnen geschlossenes Ab-
kommen zur Bildung einer Betriebsmittel-
gemeinschaft in Kraft.

Nachdem besonders im Bereich der östlichen
Bahnlinien die Ochsenwagen neuerdings in
scharfen Wettbewerb mit diesen getreten waren,
hat das Parlament auf Veranlassung der staat-
lichen Eisenbahnverwaltung ein Gesetz an-
genommen, wonach die Ochsenwagen, soweit
sie mit der Eisenbahn in Wettbewerb treten,
vom 1. März 1909 ab einer Steuer unter-
i liegen.
Die nachstehende Zusammenstellung zeigt
die finanziellen Verhältnisse der kapländischen
Eisenbahnen für 1909:

1909
Betriebslänge am 31. Dezember
Anlagekapital im ganzen . .
„ f. d. km in Mark
Roheinnahme.

Betriebsausgabe.
Betriebsüberschuß.
Verzinsung des Anlagekapitals
Betriebsziffer.
Beförderte Personen ....
„ Gütertonnen . .
Gefahrene Zugmeilen . . .
Von den Roheinnahmen im Jahre 1909
kamen 32-7 % auf den Personenverkehr, 60'5 %
auf den Güterverkehr, 6‘8 % auf andere Ein-
nahmequellen.
2. Natal.
Die erste Bahn wurde, wie schon erwähnt,
im Jahre 1860 vom Hafen Durban (früher
D’Urban) in nordwestlicher Richtung nach
Point eröffnet. Die Auffindung wertvoller
mineralischer Schätze gab die Veranlassung, daß
Natal der Vorkämpfer für den Bahnbau unter
den südafrikanischen Kolonien geworden ist.
In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts
wurde die Hauptbahn von Durban nach Lady-
smith und eine Küstenbahn von Durban in
südlicher Richtung nach Stipingo (später nach
Shepstone verlängert) von der Regierung ge-
baut. Dieselbe steht auch im staatlichen Betrieb.

5340 km
32,347.238 £
123.500
3,129.054 £
(aus Personenverk.:
1,022.843 £,
Güterverkehr:
1,893.875 £,
Nebeneinnahmen:
212.336 £)
2,072.341 £
1,056.713 „
3-28 %
66-2 %
15,344.717
1,350.268 t
7,292.306
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