Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 94
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BritiscH-Südafrika. - Britisch-Westafrika.

c) die Sätze von Lourengo Markes im Übersee-
verkehr nacli Stationen westlich von Klerksdorp,
südlich von Vereeniging und jenseits Germiston in
der Richtung von Volksrust sollen nicht niedriger
sein als die durchgehenden Frachtsätze von Lourengo
Markes nach Klerksdorp, Vereeniging oder Ger-
miston nebst den gewöhnlichen derzeitigen Orts-
frachtsätzen, die für die Entfernung zwischen
Klerksdorp, Vereeniging oder Germiston und solchen
Stationen erhoben werden.
Nach Art. 21 sollen beide Regierungen in gegen-
seitigem Einvernehmen Maßnahmen zur Erleichte-
rung und Entwicklung des Ein- und Ausfuhr-
verkehrs nach und von Transvaal über Lourengo
Markes erwägen.
Unter der Herrschaft der früheren Vereinbarung
war der Anteil der Delagoabucht am Durchgangs-
verkehr unaufhaltsam, zuletzt bis über 60% gestiegen
und wäre aller Voraussicht nach weiter ange-
wachsen, wogegen der Anteil Durbans bereits auf
wenig über 30% zurückgegangen war. Dieser Ent-
wicklung ist nun für die Zukunft Halt geboten.
Nach neueren Meldungen sind auf Grund des
Abkommens unter der Wirkung der seit dem 1 .Juli
1909 eingeführten Bahntarife die Anteile der
Delagoabucht am Durchgangsverkehr nach Trans-
vaal wiederum erheblich gestiegen, u. zw. im Ok-
tober 1909 (auf 67‘5%). Der gemeinsame Ver-
waltungsrat hat daher die Frachtsätze von den
Eingangshäfen Port-Elisabeth, Ost-London und
Durban in allen Klassen mit Ausnahme der allge-
meinen Klasse, vom 1. Januar 1910 an wieder herab-
gesetzt.
Literatur: Arch. f. Ebw. 1906. Seite 1149: Ku pka>
Die Eisenbahnen Südafrikas. — Lederer, Die Ent-
wicklung der südafrikanischen Union auf verkehrs-
politischer Grundlage. 1910. — Reinhardt, Die
englischen Eisenbahnen Südafrikas. Zentralblatt der
Bauverwaltung. 1910. S. 322 u. 340. Baltzcr.

Im Anschluß an diese Bahn ist im März 1904
dieSierra-Leone-Bergbahn zur Verbindung der
hochgelegenen Europäer-Stadt (Hill-Station) mit
dem ungesunden Geschäftsviertel von Freetown,
tyxl2km lang, hergestellt worden; es ist eine
Reibungsbahn mit einer durchschnittlichen
Steigung von 1 : 30; ihre Kosten betrugen
rund 650.000 M., d. s. rund 70.000 N[./km.
Ferner ist noch eine Zweigbahn von Boia
in nordöstlicher Richtung nach Rorucks,
33 km, im Betriebe, deren Ausbau bis zum
Rokel 1 e-Fluß, rund 80 km, in der Aus-
führung begriffen ist.
Die wirtschaftlichen Ergebnisse der Bahn
Freetown-Baiima sind aus untenstehender Über-
sicht zu entnehmen.
ln den Jahren 1907 und 1908 war ein Zu-
schuß von je über 40.000 £ zur Kapitalver-
zinsung nötig.
Die Tarife sind sehr niedrig gehalten mit
Rücksicht auf den Wettbewerb der Eingeborenen-
Schiffahrt. Durch die Bahn hat sich der Ausfuhr-
handel von Freetown außerordentlich gehoben,
während der der südlichen Insel Sherbro stark
zurückgegangen ist. Die Roheinnahmen be-
trugen 1911 108.000 £. Man befürchtet indes,
daß die Bahn infolge ihrer schmalen Spur
bald die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit
erreichen und den Güterverkehr nicht mehr
bewältigen werde. Die Bahn nähert sich der
Ostgrenze nach Liberia zu bis auf 15 km und
wird voraussichtlich einen Teil des Handels

Britisch-Westafrika. I. Sierra Leone.
Die räumlich ziemlich beschränkte englische
Kolonie beschloß imjahrel893 einen Eisenbahn-
bau von Freetown aus in östlicher Richtung
ungefähr parallel zur Küste, um die durch
die Bahn Konakry-Niger drohende Ablenkung
ihres Handels nach Französisch-Guinea abzu-
wenden. Die Kolonie nahm eine Anleihe von
2272 Mill. A4, auf; für die erste Baustrecke
Freetown-Songotown gewährte die Kronkasse
des Mutterlandes eine 3Y2%ige Anleihe. Die
Bahn Freetown-Songotown-Rotifunk-Bö-Baiima,
357 km, wurde vom März 1896 bis Juli 1905
mit einer Spurweite von 2V2 Fuß engl. — 76 cm

vollendet und später
im Osten
noch um
rund
wurde im
9 km bis Pendembu verlängert.
Die Baukosten
Baukosten
haben 19,163.000 M.,
betragen.
d. s. rund 53.700 N\./km,
1,836.915
schließlich
in ILJ
1902
190S
1909
1910
Einnahme.
20.441
80.000
84.229 101.610
Ausgabe.
21.227
71.465
81.086 794.86
Summe der Ausgaben

127.298


Fehlbetrag.

47.298


Betriebsziffer %.
103-5
89
96
87-5

von Liberia an sich ziehen.
II. Die Goldküste. Die englische „Gold-
küsten "- Kolonie beschloß im Jahre 1898,
eine Bahn von dem Hafen Sekondi nach
der nördlich davon gelegenen Aschantihaupt-
stadt Kumasi zu bauen, einerseits um die Be-
unruhigungen durch die im Norden ansässigen
Aschantis besser überwinden zu können, ander-
seits, um der wirtschaftlichen Notlage abzuhelfen.
Zum Bahnbau wurden von 1898 bis 1900
insgesamt 2,274.000 £ = rund 46,390.000 M.
bewilligt und der Bau im August 1898 in
Kapspur (L067 m) begonnen. Die 274km lange
Strecke Sekondi-Tarkwa- Obuassi - Kumasi
September 1903 vollendet. Die
beliefen sich bis Ende 1908 auf

Befördert:
1939
Reisende . . . .[ 323.406
Güter-/. 45.340
Zugmeilen ... 255.044

1910
345.762
53.425
249.493
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