Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 95
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Britisch-Westafrika.

95

Betriebsergebnisse.

Befördert:

in i :
1904
1905
1908
1909
1910
1908
1910
Roheinnahme...
148.097
132.752
151.423
185.410
253.329
Reisende
109.641
361.905
Betriebsausgabe
91.465
82.477
75.124
13.824
84.800
Güter-/
46.190
83.202
Betriebsziffer %
61.8
62%
49-6
39-86
33.47
Überschuß.
56.632
50.275
76.299
1 11.586
168.529

Die vorstehende Zusammenstellung zeigt
die Ergebnisse des Betriebs in den ersten
Jahren, nachdem die Bahn in voller Aus-
dehnung in Benutzung genommen worden
war; der Rückgang der Einnahmen im Jahre
1905 beruht außer auf einer Tarifermäßigung
auf dem allgemeinen Daniederliegen des
Handels in diesem Jahre.
Der Eisenbahnbau hat die finanzielle und
wirtschaftliche Entwicklung des Landes, be-
sonders durch die Hebung der Pflanzungen,
wesentlich gefördert. Am 1. Juli 1905 wurden
die Tarife bedeutend herabgesetzt und durch-
gehende Tarife bis Kumasi für Seife, Zement,
verzinktes Wellblech und eingeführten Reis fest-
gesetzt. Die Gefahr des Ausbruchs neuer Aschanti-
kriege erscheint durch die Bahn nach Kumasi
beseitigt, da diese Stadt jetzt von England aus in
16 Tagen zu erreichen ist.
Außer dieser Staatsbahn wurden im Jahre 1905
zwei Kleinbahnen von Privatunternehmern her-
gestellt: die Fura-Broomassie-Bahn von der
Prestea-Bahn-Gesellschaft, von Fura-Junction
am Ankobra-Flusse nach Prestea, 32 km für
die Prestea-und Broomassie-Bergbaugesellschaft
und eine Bahn von Dunkwa (an der Kolonial-
bahn) nach Attasi von den Attasi-Bergwerken
zur Beförderung schwerer Maschinen.
Ferner wurde eine Zweigbahn von Tarkwa
in nordwestlicher Richtung nach Prestea und
Broomassie im Januar 1911 dem Betriebe über-
geben.
Die zweite Hauptbahn der Kolonie, von dem
östlichen Hafen Accra in nördlicher Richtung
auf Kpong, soll diesen mit dem schiffbaren Teil
des Voltaflusses verbinden und wird daher
voraussichtlich den westlichen Teil des benach-
barten deutschen Schutzgebietes Togo wirtschaft-
lich beeinflussen. Diese Bahn ist seit 1909
im Bau.
Der zunächst begonnene Bahnbau der Linie
Accra-Mangoassi, 64 km} nahe der Ostküste
der Goldküsten-Kolonie, von Accra aus in
nördlicher Richtung nach dem Innern führend,
ist der erste, durch einen Unternehmer des
Mutterlandes ausgeführte Bau in Westafrika.
Am 7. Januar 1909 fand die Feier des ersten
Spatenstiches statt. Die Bahn wird in Kapspur
mit Schienen von 22-5 kg/m Gewicht auf Stahl-

schwellen hergestellt. Die Betriebseröffnung bis
Mangoassi mußte infolge von Hochwasser-
schäden verschoben werden.
In Accra besteht bereits eine 2 km lange,
nach einem Steinbruch führende Bahn der
Regierung. Die erste Station im Innern, nahe
bei den Hügeln von Awkapim, ist Pokoasi,
der Mittelpunkt eines ausgedehnten Kakao-
pflanzungsbezirkes. Bei Insuam trifft die Bahn
das Tal des Densu-Flusses und tritt in ein Gebiet
dichtesten Urwaldes ein, der bis Mangoassi reicht.
III. Lagos-Nigeria. Auch in Nigerien hat
die britische Verwaltung durch die schnelle
Vollendung der Bahn Baro-Kano, 573 km,
innerhalb 32/3 Jahren, ihre koloniale Tatkraft
aufs neue bewiesen. Zunächst wurde im Jahre
1893 der Bau einer Eisenbahn von der Küste
nach dem Hinterlande, insbesondere zur Ver-
bindung von Lagos, dem Regierungssitz und
wichtigsten Handelshafen für Nord- und Süd-
Nigerien, mit den Handelsplätzen Abeokuta
und Ibadan, sowie weiterhin mit dem schiff-
baren mittleren Teil des Niger, beschlossen und
von der Regierung unternommen; Ibadan ist
der größte Ort von Südnigerien mit rund
200.000 Einwohnern. Für die Bahn wurde eine
Anleihe von 2y2 Milk# (—rund 51 Mill.M.)
genehmigt. Die Strecke Lagos (Insel Iddo)-
Otta-Abeokuta-Ibadan, 203 km, wurde in der
Zeit von März 1896 bis Ende 1900, in Kapspur
(1 *067 m) hergestellt. Die Gesamtkosten betrugen
21 *7 Mill.M., d. s. rund 106.800M./ km. In der
Llafenstadt Lagos wurde ferner eine Dampf-
straßenbahn zur Verbindung der Stadt mit
dem Hafen in einer Spurweite von 21/2 Fuß
engl. — 76 cm erbaut, und in Nord-Nigeria auf
dem linken Ufer des Niger die 37 km lange
Strecke Sungeru-Barijuko hergestellt, um die
Hauptstadt von Nord-Nigerien, Sungeru, mit
dem Kaduna, einem Nebenflüsse des Niger,
und dadurch mit diesem selbst in Verbindung
zu setzen. Auch diese Strecke -(mit einer Spur
von lö cm) wurde als Kleinbahn betrieben.
Die Eisenbahn Lagos-Ibadan gestattet die
Verwertung der Palmbestände in dem weiteren
Hinterland der Küste und die Ausfuhr der
Palmkerne von Lagos hat seit Eröffnung der
Bahn stetig zugenommen; 1885 bis 1900
schwankte sie jährlich zwischen 30.000 und
40.000 / und hat betragen:
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