Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 98
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/48-A-1089-03/0111
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
98

Britisch-Zentralafrika. — Brohltalbalin.

brückung dieses Stromes bei Ungundani am
Zusammenfluß von Schire und Sambesi, nach
dem portugiesischen Hafen Beira mit Nach-
druck verfolgt wird. Damit ist zugleich der
alte Plan einer Bahn von Beira nach Sena
(am Sambesi) wieder aufgenommen und durch
die ins Auge gefaßte nördliche Verlängerung
bis Port Herald erweitert. Mit Zustimmung
der portugiesischen Regierung unterstützt die
britische Regierung diesen Plan, indem sie
für den Bau der Bahn Port Herald-Sambesi
eine neue Gesellschaft ins Leben gerufen hat.
Dabei soll das Britische Nyassaland-Protektorat
die Landflächen, auf die die Schire-Hochland-
bahn-Gesellschaft nach ihrem Vertrage mit der
Regierung einen Anspruch hat, für 180.000 i£
wiedererwerben und auf zehn Jahre eine 4 °i0 ige
Zinsbürgschaft auf das Kapital der neuen Ge-
sellschaft bis zur Höhe von 500.000 £ über-
nehmen. Die Eisenbahnverbindung Beira-Port
Herald-Blantyre-Fort Johnston, rund 600 km,
würde nur das südliche Anfangsglied eines
zusammenhängenden großen portugiesisch-eng-
lischen Verkehrsweges von 1600 km Länge
sein, der Beira mit dem Nyassa-See und weiter
mit dem Südende des Tanganjikakasees ver-
binden soll. Der Nyassa-See würde auf rund
600 km benutzt werden, und daran würden
sich 400 km, allerdings zum Teil sehr schwieriger
Bahnbauten von Karonga am Nyassa nach
Kituta am Tanganjika anschließen. Da der
Sambesi in seinem Unterlaufe von Un-
gundani ab höchstens von Dampfern bis zu
200 t befahren werden könnte, müßte der Ver-
kehr von Ungundani ab den Weg über die
Bahn nach Beira nehmen. Die Verwirklichung
dieses Planes ist noch zweifelhaft. Für die
Schire-Hochlandbahn würde die Gewinnung
eines Anschlusses an den Sambesi und mit
dem portugiesischen Hafen Beira an den
Indischen Ozean von größter Bedeutung
sein. Baltzer.
Brockenbahn ist ein Zweig der Harz-
querbahn Nordhausen-Wernigerode; sie führt
(s. Abb. 85) als reine Reibungsbahn mit
PO m Spurweite von Drei - Annen - Hohne
(540 m ü. M.) über Schierke (685 /// ü. M.)
den Goetheweg auf den Brocken (1129 /// ü. M.)
und ist 18*88 km lang. Der kleinste Krüm-
mungshalbmesser, der nur an einer Stelle
vorkommt, beträgt 60 m, die Größtsteigung
33'3°/oo-
Der Oberbau besteht aus 10 m langen
Stahlschienen von 23*8 kg/m Gewicht auf
Eichenschwellen. In allen Bogen unter 100 m
sind Zwangschienen angeordnet. Stationen
und Haltestellen sind in Drei-Annen-Hohne,
Schierke, Goetheweg und Brocken vorhanden.

Die verwendeten 4- und öaehsigen Malett-
lokomotiven haben 36 und 54 t Dienstgewicht
und 4'5 t Raddruck. Die Bahn wurde bis
Schierke 1898 und von da auf den Brocken
1899 dem Betrieb übergeben. Der Betrieb
findet in der Regel von Ende April bis Mitte
Oktober statt, in dieser Zeit verkehren täglich
7 Züge nach jeder Richtung. Die Fahrt


Abb. 85.

Wernigerode über Drei-Annen-Hohne auf den
Brocken (33 km lang) dauert 2 Stunden, wobei
910//? Steigung überwunden werden. Für die
Brockenbahn wird keine gesonderte Betriebs-
rechnung geführt. Näheres über Einnahmen
und Ausgaben s. „Nordhausen-Wernigerode-
Bahn". Dolezcilek.
Brohltal bahn 22*83 km lang, führt von
Station Brohl a. Rh. (67 /// ü. M.) der Bahn-
linie Köln-Koblenz als gemischte Reibungs-
und Zahnradbahn mit PO/// Spurweite über
Engeln (465 ///), Weibern (418 ///) nach Kem-
penich (438 ///). In der 18*46 km langen Rei-
bungsstrecke beträgt die Größtneigung 25%#,
der kleinste Bogenhalbmesser 80 ///, auf der
4*37 km langen Zahnstrecke, auf der eine zwei-
teilige Abtsche Zahnstange liegt, die Größt-
neigung 50°/00, der kleinste Bogenhalbmesser
120 ///. Es sind außer Brohl 11 Stationen
vorhanden. Der Betrieb erfolgt mit 3/4 ge"
kuppelten, gemischten Lokomotiven mit einem
mittleren Dienstgewichte von 36 t und einem
Reibungsgewicht von 30 t. Auf der Reibungs-
strecke beträgt die Zugkraft 4500 kg, auf der
Zahnstrecke 9000 kg. Personen- und gemischte
Züge werden auf der Reibungsstrecke mit
25////z/St., auf der Zahnstrecke mit \Q km 'St.,
die Güterzüge mit 20 km1 St. und 10/e/zz/St.
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list