Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 116
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Brunnen. — Bruttolast.

99 und 100)
unmittelbar
oder durch
über Tage


die von der Art und Güte der Pumpmaschinen
abhängen. Bei großer Leistung und nicht zu
großer l iefe der B. werden die Pumpen in
genügend tiefen Schächten (Abb.
aufgestellt. Der Antrieb erfolgt
elektrisch im Schachte selbst
Riementrieb von irgend einer
stehenden Antriebsmaschine. Wirtschaftlicher,
besonders mit Beziehung auf die Anlagekosten
ist es häufig, die Einrichtungen zur Wasser-
förderung unmittelbar in den eigentlichen
Rohrbrunnen unterzu-
bringen, deren Bauart da-
durch mehr oder weniger
beeinfl u ßt wi rd. Das Wasser
wird in einem Druck- oder
Steigerohr zutage gefördert.
Hierbei unterscheidet man:
a) Gestängepumpen; ein
Messingzylinder mit Kolben
und Ventilen und mit an-
gehängtem Saugerohr, wird
in das Mantelrohr einge-
lassen und durch über Tage
stehende Motoren oder von
Hand vermittels eines Ge-
stänges angetrieben, dessen
Gewicht häufig durch
Gegengewicht ausgeglichen
ist z. B. Abb. 102;
b) Tiefbrunnenkreisel-
pumpen mit senkrechter
Welle. Die stets elektrische
Antriebsmaschine steht über
Tage oder im Bohrloch.
c) Preßluft- (Mammut-)
Messimjcyiinder Pumpen; in den B. ein-
geführte Preßluft mischt
sich in einem

(Gelände

*■—Schutzrohr
-Bohrrohr
— Steigrohr
-Gestänge

Wasserspiegel

Saugrohr

Abb. 102.

eigenartig
ausgebildeten Saugkopf mit
dem Wasser. Die im B.
oberhalb des Saugkopfes
stehende Wassersäule för-
dert das Wasser-Luft-
Gemisch bis zu einer Höhe, die dem Unter-
schiede der spezifischen Gewichte entspricht.
Die hierdurch bedingte tiefe Lage des Saug-
kopfes erfordert eine größere Brunnentiefe, die
nur zum Teil ausgenutzt werden kann.
d) Wasserstrahlpumpen, bei denen Druck-
wasser durch Strahlwirkung (Ejektor) die För-
derung bewirkt.
Literatur: Für G rii n d u n gs br u n neu: Hb. d.
Ing.-W. I. Teil, Bd. III, Kap. 1, S. 37. - Für Grund-
wassersenkung: Ztschr. dt. Ing. 1906, S. 528;
Zentralbl. d. Bauverw. 1899, S. 73. — Für Wasser-
gewinnung: Hb. d. Ing.-W. III.'keil, Bd. III, Kap. 3;
Handb. d. Eisenbahnmasch.-Wesens v. Stockert,
Bd. II; Grundzüge f. FTrichtung von Bahnwasser-

werken (Preuß. Min. d. öff. Arb.); Taschenbuch d.
Hütte. 20. Aufh, III. leih — Für Tiefpumpen:
Organ. 1907, S. 240 (Mammutpumpen); Journal
f. Wasserversorgung. 1910, S.290; Gesundh. Ing. 1906,
S. 185 (Heberleitung); Zeitschr. f. d. gesamte Tur-
binenwesen 1908, S. 416, und 1909, S 480 (Kreisel-
pumpen); Ztschr. dt. Ing. 1911, Nr. 16ff.
Landsberg.
Brunnen - Morschach - Bahn (Schweiz).
Diese von Brunnen am Vierwaldstätter-See von
der Axenstraße abzweigende und nach Morschach
am Fuße des Fronalpstockes und weiter zu
der Sommerfrische des Axenstein führende
elektrische Zahnbahn wurde am 31. August 1905
dem Betrieb übergeben. Ihre Betriebslänge be-
trägt 2036/«, die Spurweite 1 ///, die größte
Steigung 170 %■ Sie erhebt sich von 450-07 m
ü. M. auf 707-70 /// ü.M. Der kleinste Bogen-
halbmesser beträgt 80 ///. Die Zahnstange ist
nach Bauart Strub ausgeführt. Die Baukosten
betrugen Ende 1910 1,082.573*15 Er. oder rund
500.000 Fr./km. Dietler.
Bruttoeinnahme (gross amount of re-
ceipts; recette brate; introito lordo), Brutto-
ertrag, die Roheinnahme, von der die Betriebs-
kosten in Abzug gebracht werden müssen, um
den Reinertrag zu finden (s.Betriebsergebnisse).
Brutto last (total load; Charge brate; carico
lordo), das Netto- oder nützliche Gewicht
(Ladegewicht, Nutzlast) und die Tara oder
das Eigengewicht (totes Gewicht s. d.) eines
Eisenbahnfahrzeugs zusammengefaßt.
Das nützliche Gewicht begreift die Gegen-
stände, deren Bewegung Zweck der Beförde-
rung ist, also Reisende und Frachtgüter. Das
tote Gewicht umfaßt die Betriebsmittel, die
der Beförderung des nützlichen Gewichts
dienen, also das Eigengewicht der Fahrzeuge,
wie Lokomotiven, Tender, Wagen, den nö-
tigen Bedarf an Brennstoff, Wasser, Geschirr
u. s. w., dann das Zugpersonal.
Die B. ist für die Kosten der Zugkraft der
Züge, der Unterhaltung und auch teilweise
für die Zahl des Eahrdienstpersonals entschei-
dend und wird daher zum Ausgangspunkt der
Selbstkostenberechnung der Eisenbahnbeförde-
rung genommen.
Aufgabe der wirtschaftlichen Betriebsführung
ist die Erzielung eines möglichst günstigen
Verhältnisses des toten Gewichts zum nütz-
lichen (Netto-) Gewicht, also möglichste Herab-
setzung des toten Gewichts, namentlich des
Eigengewichts der Wagen, möglichst starke
Ladungsfähigkeit der Wagen und möglichste
Ausnutzung der Ladungsfähigkeit. Der Er-
reichung dieses Zieles stellen sich vielfache
Schwierigkeiten entgegen.
Das Eigengewicht der Betriebsmittel ist aus
technischen Gründen in steter Zunahme be-
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