Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 149
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Bufferwehr.

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Bei der ursprünglichen Bauart der B. wurde
die Bufferbohle aus einer gebrauchten Holz-
schwelle gebildet und brachte man an ihr
in üblicher Weise zwei gebrauchte Wagen-
buffer an. Diese Anordnung hat zwei Nach-
teile. Einmal wird, da sich der Wagenbuffer
nicht senkrecht über der Fahrschiene be-
findet, die Bufferbohle auf Biegung bean-
sprucht und zerbricht leicht, außerdem hat
aber die Verwendung von alten Wagenbuffern
den grundsätzlichen Nachteil, daß sie sich

strebe verbunden ist, durch eine Lasche ver-
stärkt. Derartige B. können Stöße bis zu
40 tm aufnehmen, ohne zerstört zu werden.
Werden sie durch einen stärkeren Stoß ge-
troffen und zertrümmert, so können sie an
Ort und Stelle wieder hergestellt werden,
während die in Ahb. 119 und 120 dargestellten
B. jedesmal zur Werkstatt geschafft werden
müssen. Der Herstellungspreis einer Zutt-
schen B. (ohne Materialkosten) beträgt etwa
150 M.


Abb. 122. Bufferwehr, von Zutt.

leicht verbiegen, das Fahrzeug dann abgleiten
kann, und die Bufferbohle an anderer Stelle
trifft, was zur Zerstörung der B. führen
kann. Es ist daher besser, die Bufferbohle
nicht mit alten Wagenbuffern zu versehen,
sondern sie so auszubilden, daß sie den
Stoß unmittelbar aufnehmen kann. Aus diesem
Grunde hat der Schlossermeister Döring in
Bremen die ursprüngliche Anordnung der
Bufferbohle verlassen und sie durch Wickel-
federn, zu denen ebenfalls alte Wagenfedern
verwendet werden können, mit den Seiten-
wandungen der B. verbunden. Er hat außer-
dem die beiden Zugstreben durch seitlich auf
den Schienenstoß aufgelegte Flacheisen ver-
stärkt und die Fahrschiene an der Stelle, wo
sie durch die senkrechte Strebe mit der Zug-

II. Federnde B. Um die Stöße auf die
Stirnseiten von Rampen abzuschwächen, die
eine Zerstörung des Mauerwerks verursachen,
hat Ph. Gebhardt in Saarbrücken eine B. mit
Federhemmung gebaut, die in Abb. 123 dar-
gestellt ist. Die Seitenwandungen der B. be-
stehen aus Dreiecksblechen von 10 mm Stärke,
die mit Winkeleisen gesäumt und mit den
Fahrschienen verbunden sind. Sie tragen
einen Kasten aus Eisenblech, in dem sich
doppelte Wickelfedern befinden. Der Hub
dieser Wickelfedern beträgt 450 mm.
Hydraulische oder Wasserbuffer bestehen
aus Zylindern, in die Kolben durch den an-
rennenden Zug unter wachsendem Wider-
stande hineingepreßt werden. Sie werden zum
Aufhalten ganzer Personenzüge in Kopfgleisen
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