Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 151
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Bufferwehr.

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einem solchen Wasserbuffer kann ein Personen-
zug mit einer lebendigen Kraft von 130//«
aufgehalten werden, ohne daß Beschädigungen
eintreten. Ist die lebendige Kraft größer, so
öffnen sich selbsttätig Ventile zwischen Zylinder
und Windkessel, die einen größeren Quer-
schnitt besitzen und das Oberströmen der
Flüssigkeit in den Windkessel erleichtern. Für
den Fall, daß die lebendige Kraft des An-
pralles größer als 700//« wird, sind in die Ver-
ankerungen, die die Zylinder mit dem Grund-
mauerwerk verbinden, schwache Glieder ein-
gefügt, die alsdann brechen, so daß die ganze
Bufferwehr von dem Zuge fortgeschoben wird.
Eine unter dem Zylinder angebrachte Sand-
schüttung dient zur Hemmung des Zuges.
Diese Wasserbuffer haben sich gut bewährt
und manchen Unfall verhütet. Sie besitzen
allerdings den Mangel, daß sie dem Zuge,
sobald die Kolben am Ende ihres Hubes an-
gelangt sind, einen starren Widerstand ent-
gegensetzen. Sind nun die ersten Fahrzeuge
eines Zuges aufgelaufen und die Kolben am
Ende ihres Hubes, so finden die nachfolgenden
Wagen einen starren Widerstand, und die
Folge sind Entgleisungen, Verschiebung der
Bufferteller gegeneinander und unter Um-
ständen sogar Eindrücken der Stirnwände.
Der Preis eines Wasserbuffers einschließlich
des Grundmauerwerks beträgt etwa 10.000 M.
111. Verschiebbare B. Verschiebbare B.
sind solche, bei denen die ganze B. durch
das auflaufende Fahrzeug fortgeschoben und
die Reibung zur Vernichtung der lebendigen
Kraft benutzt wird, ohne daß der Weg durch
einen festen Anschlag begrenzt ist.
Die in Chemnitz aufgestellte B. der Bau-
art Palitzsch (Abb. 126) ist ein Brems-
schlitten, der auf den Schienenköpfen gleitet,
und dessen Zungen von den ersten beiden
Achsen des Fahrzeuges belastet werden. Um
die Reibung von Eisen auf Eisen zu erhöhen,
wird der Bremsschlitten durch Federdruck an-
gepreßt. An der Außenseite der Fahrschienen
sind noch zwei weitere Schienen in 50 mm
Abstand auf den paarweise angeordneten höl-
zernen Querschwellen befestigt. In den Zwischen-
räumen sind die Schienenköpfe keilförmig
abgehobelt, und es sind darin je 7 Bolzen
angeordnet, die mit den Köpfen in der Keil-
fläche anliegen, durch die Gleitplatte hindurch-
gehen und den Zug einer je nach Belieben
zu spannenden Kegelfeder aufnehmen. Die
Spannung dieser Federn beträgt 10 /«/«. Sie
üben einen Gesamtdruck von 11.760 zwischen
Gleitfläche und Schienen und beim Verschieben
einen entsprechend hohen Reibungswiderstand
aus. Da der Keilwinkel zwischen den Schienen-



A \
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h \


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T-

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Abb. 126. Verschiebbare Bufferwehr, von Palitzsch.
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