Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 176
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Chicagcer elektrische Schnellbahnen.

i

gegangen1; Verwaltung und Betriebsführung
der Bahnen werden nunmehr unter einheit-
lichen Gesichtspunkten durchgeführt.
Die Betriebe der sämtlichen 4 Hochbahnen
sind auf der Schleife miteinander verkettet.
In die Benutzung der beiden Schleifengleise
teilen sich die Bahnen so, daß die Züge der
Süd- und Westseitehochbahnen das Innen-
gleis, die der Nordwesthochbahn und der Oak
Park-Hochbahn das Außengleis der Schleife be-
fahren (Abb. 134), was zu eigenartigen Bahnhofs-
formen geführt hat (Abb. 1 35). Überaus bedenk-
liche Punkte in Anbetracht der starken Belastung
(Abb. 136) d r Schleifenanlage sind dieSchienen-
kreuzungen an den Einführungsstellen, die nicht
allein die Leistungsfähigkeit der Schleife in
höchstem Maße beeinträchtigen, sondern auch
nach hierzulande üblichen Auffassungen als
Gefahrstellen schlimmster Art zu erachten sind.
Die Einführungsstellen der Schleife sind stell-
werkmäßig gedeckt; im übrigen wird in der |
Schleife auf Sicht gefahren, mit geringstem
Abstande der langsam die Schleife durch-
schleichenden Züge.
Die in die Schleife einmündenden Linien
haben außer den Personenzuggleisen zum Teil
und auf einzelnen Abschnitten noch dritte und
vierte Gleise für Schnellzugbetrieb.
Die Unhaltbarkeit der Linienverkettungen
auf der Schleife, ferner der Übelstand, daß
der Chicagofluß im Interesse des Schiffahrt-
verkehrs nur mit beweglichen Brücken -
Roll- und Drehbrücken überschritten werden
durfte, die zeitweise geöffnet werden müssen,
haben die Lrage der Verbesserung oder des
Ersatzes der völlig verfehlten Schleifenanlage

durch zweckmäßigere Bahn- und Betriebs-
formen (durchgehende Betriebe in nordsüd-
licher Richtung u. s. w.) nicht zur Ruhe
kommen lassen. Bion Joseph Arnold u. a.
haben wiederholt Abhilfsvorschläge gemacht;
wenn auch einige dieser Vorschläge auf Bei-


Abb. 134. Hochbahnschleife.

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Strosse


Abb. 135. Schleifenbahnhof an der Madisonstraße.
Erklärungen zu Abb. 135.
Z Zugänge vcn der Straße nach dem Mittelsteg. — Zi Zugänge von dem Mittelsteg nach den Warteränmen und Bahnsteigen. -
A Ausgänge von den Bahnsteigen nach dem Mittelsteg — S Fahrkartenschalter. — W Warteräume. — F; M Bedürfnisanstalten
für Frauen und Männer. - B Brücke zur Verbindung der Station mit einem Geschäftshause.

1 Für die Aktien (100 ^-Stücke) wurden gezahlt:
für die Stammaktien der Südseitehochbahn und die
Vorzugsaktien der Westseitehochbahn 75 $, für die
Vorzugsaktien der Nordwesthochbahn 70 $, ferner
für die Stammaktien der letzteren 30 $ und die der
Westseitehochbahn 27'5$!

behaltung der Hochbahnform abzielen und
nur die Schienenkreuzungen „fliegend", das
heißt schienenfrei, gestalten wollen, so weist
die endgültige Lösung wegen der Llußkreu-
zungen doch auf die Untergrundform der
Schnellbahn hin. Um im Interesse des Ge-
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