Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 213
Citation link: 
http://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/show/48-A-1089-03/0227
License: Creative Commons - No rights reserved (CC0)
0.5
1 cm
facsimile
Cuba. — Dänische Eisenbahnen.

213

westliche Eisenbahn von Habana ver-
bindet Habana mit der westlichen Provinz
Pinar del Rio und durchquert die reichsten
Tabakgegenden der Welt. Die Stadt Habana
besitzt ein wohlgegliedertes ausgedehntes
Straßenbahnnetz.
Bei der großen Zersplitterung des Eisen-
bahnnetzes waren die Rechtsverhältnisse der
Bahnen, als die Vereinigten Staaten an die
Stelle der spanischen Regierung traten, äußerst
unklar und verworren, worunter der Verkehr
stark litt. Nach eingehender Prüfung der Ver-
hältnisse durch eine Kommission, der auch
2 Mitglieder des amerikanischen Bundesver-
kehrsamtes angehörten, wurde daher am
22. Februar 1902 ein cubanisches Eisen-
bahngesetz nach englischem und amerikani-
schem Muster erlassen, das Bestimmungen
über die Konzessionierung, den Bau, den
Betrieb und die Tarife enthält. Das Tarifwesen
lag besonders im Argen, da die Tarife nicht
veröffentlicht, vielmehr über die Transport-
preise von Fall zu Fall Vereinbarungen ge-
troffen wurden, was natürlich zu einer maß-
losen Ausdehnung des Refaktienwesens führte.
Durch das Eisenbahngesetz werden die Eisen-
bahnen jetzt verpflichtet, wenigstens ihre
Höchsttarife zu veröffentlichen und über die
wirklich erhobenen Preise Auskunft auf Ver-
langen zu geben. Die Einführung unver-
nünftiger und ungerechter Tarife ist verboten.
Die Aufsicht über die Eisenbahnen führt
eine staatliche, aus 3 Mitgliedern bestehende
Behörde. Ihre Mitglieder sind die Staats-
sekretäre für öffentliche Arbeiten, für Land-
wirtschaft, Handel und Gewerbe und der
Finanzen.
Literatur u. a.: Arch. f. Esbw. 1906. S. 1284ff.
v. der Leyen.
Cugnot, Nicholas Joseph, französischer
Artillerieoffizier, geboren 1725 in Void in
Lothringen, gestorben 1804, gebührt das Ver-
dienst, die erste Dampflokomotive gebaut zu
haben, 1769. Diese Lokomotive sollte dazu
dienen, schwere Geschütze und Artillerie-
materiale auf den Straßen rascher zu be-
fördern, als es mit tierischer Kraft mög-
lich ist.
Für die weitere Entwicklung der Lokomotive
war es gewiß von Vorteil, daß er, im Gegensätze
zu Watt und in Unkenntnis von dessen in

dieselbe Zeit fallenden Bestrebungen, die
ortsfeste Newcomensche Dampfmaschine durch
einen vom Dampfzylinder abgesonderten Kon-
densator zu verbessern, hochgespannten Dampf
ohne Kondensation anwandte. Diese Maschine
wurde vor dem Kriegsminister, dem Herzog von
Choiseul erprobt. Trotz schlechten Ergebnisses
erhielt er den Auftrag, unter Behebung der
Mängel, eine zweite Lokomotive zu bauen. Auch
diese entsprach nicht, in erster Linie wegen der
geringen Dampfproduktion des Kessels. Sie
ist noch heute im Musee des Arts et Metiers
in Paris auf bewahrt.
Cullom, Shelby M., Senator der Ver-
einigten Staaten, brachte eine am 17. März
1885 vom Senat angenommene Resolution
ein, nach der ein besonderer Ausschuß von
fünf Senatoren zur Untersuchung und Bericht-
erstattung über die Regelung des Verkehrs
auf den Eisenbahnen und Wasserstraßen der
Vereinigten Staaten eingesetzt werden sollte.
Der Ausschuß wurde am 21. März 1885 er-
nannt und wählte C. zu seinem Vorsitzenden;
er leitete die Untersuchung durch ein Rund-
schreiben vom 10. April 1885 ein, in dem
bestimmte Fragen aufgestellt und um deren
schriftliche und mündliche Beantwortung ge-
beten wurde. Die mündlichen Vernehmungen
der Zeugen und Sachverständigen fanden in
der Zeit vom 20. Mai bis 18. November 1885
statt; am 18.Januar 1886 legte der Ausschuß
seinen Bericht (Report of the Senate Select
Committee on Interstate Commerce) dem Senat
| gleichzeitig mit einem Gesetzentwürfe, be-
treffend die Regelung des zwischenstaatlichen
Verkehrs vor (sog. Cullom-Bill, to regulate
commerce). Der Bericht besteht aus 3 Teilen,
deren einer (216 Seiten lang) den Bericht
selbst enthält, während in zwei Anhängen die
schriftlichen Erklärungen (258 Seiten) und die
mündlichen Äußerungen (1478 Seiten), zu-
sammengestellt sind. Der Bericht enthält ein
sehr reiches und wertvolles Material zur Be-
urteilung der Eisenbahnverhältnisse der Ver-
einigten Staaten, insbesondere der gesetzlichen
Zustände, sowohl der Bundesstaaten, als ins-
besondere der Einzelstaaten.
Die Cullom-Bill ist, nach mannigfachen
Änderungen durch beide Häuser des Kon-
gresses, als Interstate Commerce Law vom
4. Februar 1887 (s. d.) Gesetz geworden.

D

Dänische Eisenbahnen (s. Karte, Tafel VI).
Allgemeine Entwicklung. Der erste Schritt
zum Eisenbahnbau in der damaligen dänischen

Monarchie (Königreich Dänemark und Herzog-
tümer Schleswig und Holstein) wurde im Jahre
1835 unternommen. Es wurde damals eine
loading ...

DWork by UB Heidelberg
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt   |    Imprint   |    Datenschutzerklärung   |    OAI   |    RSS   |    Twitter   |    seo-list