Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 227
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Dampfkessel. 227

Umlaufs auf die Wärmeausnutzung günstig einge-
wirkt; überdies werden durch die Quersieder die
Flammrohre gut versteift.
Abb. 165 stellt den Querschnitt eines Flammrohr-
kessels dar, der eine mit Gallowayrohren versehene
Feuerbüchse besitzt.
Die Feuerrohrkessel lassen verhältnismäßig
große Rost- und Heizflächen zu, sind aber em-
pfindlich gegen schlechtes Speisewasser und er-
fordern großen Dampfraum und gutes Reinhalten
der Feuerrohre.

kurzer Zeit betriebsbereit sind. Ein Vorteil derselben
ist, daß in die Kessel ohne besonderes Raum-
erfordernis Überhitzer eingebaut werden können,
die in Verbindung mit einem großen Dampfraum,
wechselnde Dampfentnahme zulassen, und daß sie
der geringen Wassermenge halber, die sie enthalten,
als ungefährliche Kessel anzusehen sind.
Als Beispiel dieser Kessel sei jener von Stein-
iniiller, Abb. 166, angeführt.
Die nach hinten geneigt aufgestellten schmied-
i eisernen Rohre sind reihenweise in geschweißten


Abb. 163. Abb. 164. Abb. 165. Abb. 166.

Obige Kesselarten sind zuweilen auch mit unten-
liegenden Siederkesseln von kleinerem Durchmesser
(Siedern) ausgeführt.
Bei knappen Platzverhältnissen werden oft zwei
Feuerrohrkessel gleicher oder verschiedener Gattung
übereinander aufgestellt; sie heißen dann Doppel-
kessel.
Die ortsfesten Lokomotivkessel ermöglichen
rasche Dampferzeugung, bequeme Unterbringung
der Überhitzer, billige Aufstellung und da ihre In-
standhaltung wenig abweichend ist von der, den
Werkstätten genau bekannten Lokomotivkessel,
billige Reparatur. Sie erfordern aber gutes Speise-
wasser und gute Reinhaltung der Feuerrohre.
Die zu den Kleinwasserraumkesseln gehörenden
Wasserrohrkessel kommen gegenwärtig immer
mehr und mehr zur Verwendung, da sie wenig
Raum erfordern, geringes Gewicht haben, leicht
befördert und rasch aufgestellt werden können,
einen guten Wasserumlauf und daher eine gute
Ausnützung des Brennstoffes ermöglichen, sowie in

Wasserkammern (K) vereinigt. Der Oberkessel ent-
hält zur Hälfte Wasser und steht mit dem Rohr-
system vorn und hinten in Verbindung. Durch diese
Anordnung wird während des Betriebs ein sehr
reger Kreislauf des Wasserinhaltes bewirkt, und zwar
steigt das Gemenge von Dampf und Wasser durch
die vordere Wasserkannner nach aufwärts in den
Oberkessel, wo durch eine eingebaute Vorrichtung
W der Dampf vom Wasser getrennt wird, welch
letzteres durch die hintere Wasserkammer wieder
den Röhren zufließt.
Ein Nachteil der Wasserrohrkessel besteht darin,
daß sie, wenn keine Überhitzer angebracht sind,
nassen Dampf geben, da sie einen kleinen Wasser-
raum besitzen; ein weiterer Nachteil haftet den
engen Wasserrohren an, weil diese schwer von Kessel-
stein zu reinigen sind.
Mit Ausnahme der Lokomotivkessel, die gegen
die Wärmeausstrahlung nur durch Blechverschalung
oder auch durch Asbestmatratzen geschützt sind,
werden alle genannten Kessel eingemauert.

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