Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 233
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Dampfkessel.
Jede Eisenbahngesellschaft, jeder Verwaltungsrat,
Direktor oder Superintendent, der diese Bestimmungen
verletzt, wird für jeden einzelnen Fall mit 100$
und für jeden Tag der Nichtbeachtung des Gesetzes
mit weiteren 100$ bestraft. Der Inspektor, der
wissentlich ein falsches Zertifikat ausstellt und an
Eidesstatt zeichnet, macht sich einer Übertretung
schuldig.
Die Public Service-Commission stellte ebenfalls
Vorschriften für die Erprobung und Untersuchung
der D. fest.
Literatur: Hütte, II. Bd., 1908, IV, S. 40. — Die
Dampfkessel, von F. Tetzner, 3. Aufl., Berlin 1907.
Die Dampfkessel von O. Herre, Stuttgart 1906.
Die Dampfkessel, von Schmidt, Wiesbaden.
Die Dampfkessel, von Prof. Meyer und Czap.
— Häder, Die Dampfkessel. Wiesbaden.
M. Dittrich, Der moderne Dampfkessel. — Dampf-
kesselkonstruktionen und Teuerungen mit Rücksicht
auf Rauchverbrennung. Herausgegeben vom Ver-
band deutscher Dampfkessel-Überwachungsvereine.
Zeitschrift für Dampfkessel- und Maschinenbetrieb.
Berlin. - Thoxen, Dampfkessel- und Apparatebau.
Charlottenburg 1909. — Zeitschrift der Dampf-
kesseluntersuchungs- und Versicherungsgesellschaft,
A. G. Wien. — Grundsätze für die Berechnung der
Materialdicken neuer Dampfkessel (Hamburger
Normen 1905). — Allgemeine polizeiliche Bestim-
mungen über die Anlegung von Landdampfkesseln
u. s. w. vom 17. Dezember 1908, Hamburg 1909,
Boysen & Maasch. — Prof. Bach, Versuche über
die Widerstandsfähigkeit von Kesselwandungen,
I. —IV. Heft. — Prof. Bach, Versuche über die
Widerstandsfähigkeit ebener Platten, Springer, Berlin.
— Schäden an Lokomotiven, Lokomobilen, Heft 1,
Wien 1891; Schäden an Stabilkesseln, Heft 2, Wien
1896, beide Hefte herausgegeben vom Österr. Ing.-
u. Arch.-Verein, Selbstverlag des Vereines, (Neu-
auflage in Arbeit). — Dr. R. v. Thaa, Das Dampf-
kesselwesen in Österreich. Wien 1908. — Felix
Kagerer, Das autogene Schweißen. Erschienen bei
der Verlagsaktiengesellschaft Jos. Eberle &Co., Wien
1909. — Glasers Annalen 1909, Bd. 64, Heft 2, S. 64.
Henri Mathieu, Manuel du chauffeurmecanicien
et du proprietaire d’appareils ä vapeur Paris 1902.
— Disposizioni di legge e Regolamento per l'eser-
cizio e per la sorveglianza delle caldaie e dei
recipiente di vapore — Rom 1907.
Dampfkolben s. Dampfzylinder.
Dampfläutewerke (steam bell; sonnerie
ou timbre ä vapeur; soneria a vapore), Glocken-
signalvorrichtungen an der Lokomotive, die
durch Dampf betätigt werden.
Die ursprünglichste, aus Amerika stammende,
Form der Läutewerke sind Glocken, die mittels
einer Schnur vom Maschinenführer beim
Kreuzen von Wegübergängen in Bewegung
gesetzt werden. Jede amerikanische Lokomotive
besitzt eine solche Glocke. Zum Geben der
Glockensignale wird der amerikanische Loko-
motivführer durch längs der Bahnlinie aufge-
stellte, mit einem B (Bcll= Glocke) im Gegen-
sätze zu W (Whistle — Pfeife) beschriebene
Tafeln aufgefordert.
Mit dem Beginn des Baues von Nebenbahnen,
die teils ganz auf öffentlicher Straße liegen,

Dampfmangel. 233
teils unbewachte Wegübergänge zu übersetzen
haben, stellte sich auch in Deutschland das
Bedürfnis ein, die schrillen, insbesondere die
Pferde scheu machenden Dampfpfeifen durch
Glocken zu ersetzen. Anfangs wurden für
solche Linien bestimmte Lokomotiven mit
Handglocken versehen, deren Bedienung jedoch
gerade an den gefährlichsten Stellen dem
Lokomotivführer bei Handhabung der Bremse
u. s. w. hinderlich war. Diesem Übelstande sollten
die Läutewerke von Pohl und Schichau
(s. ersteres im Organ 1870, S. 38, letzteres
ebenda 1883, S. 242) abhelfen. Sie sind im
wesentlichen kleine Kolbendampfmaschinen,
bei denen der Schwengel einer Glocke an die
Kolben gekuppelt ist. Weitaus einfacher ist das
Läutewerk von Latowski, bestehend aus einem
innerhalb der Glocke angebrachten, durch
eine Klappe oben ge-
schlossenen Hohlraum,
der durch ein dünnes
abschließbares Rohr mit
dem Dampfkessel in
Verbindung steht. Mit
der Klappe elastisch
verbunden ist der
Schwengel der Glocke,
dessen Bewegung da-
durch erfolgt, daß der
in dem Hohl raum an-
gesammelte Dampf die Klappe hebt und aus-
strömt. Durch die hierdurch in den Hohl raum
eintretende Druckverminderung und eine ela-
stische Hubbegrenzung(Prellvorrichtung) erfolgt
ein rasches Schließen der Klappe. Dieses Spiel
wiederholt sich durch Nachströmen des
Dampfes in den Hohlraum. Die neuere in
Abb. 173 dargestellte Bauart dieses Läutewerks
unterscheidet sich von der beschriebenen nur
dadurch, daß statt der Klappe ein Ventil an-
gebracht ist, durch das der Dampf in einen
äußeren, den inneren Hohlraum umgebenden
Raum von ringförmigem Querschnitt abströmt
und von da in den Tender oder unter die
Maschine geleitet werden kann. Die Läute-
werke sind in Deutschland für Nebenbahnen
im § 36 der Eisenbahnbau- und Betriebs-
ordnung vom Jahre 1904 vorgeschrieben. Die
Bestimmung lautet: ,;Die Lokomotiven und
Triebwagen einer Bahn, auf der Wegübergänge
ohne Schranken Vorkommen, sind mit einer
Läutevorrichtung auszurüsten." Gölsdorf.
Dampfmangel entsteht, wenn der Kessel
nicht so viel Dampf entwickelt, als von der Dampf-
maschine verbraucht wird und infolgedessen
der Dampfdruck so weit sinkt, daß dessen
Spannung nicht mehr hinreicht, um die er-
forderliche Geschwindigkeit der Maschine zu
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