Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 260
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Dampfzylinder. - Darjeeling-Himalaya-Eisenbahn.

Bei Lokomobilen kann diese Art der An-
bringung des D. schwer umgangen werden.
C. Ausmaß der D.
Die Wandstärke der D. kann für gewöhn-
lich bestimmt werden aus:
ö^20-|- ,00-
Hierbei bezeichnet ö die Wandstärke in
Millimetern, D den inneren Durchmesser oder
die Bohrung des D.
Der nach dieser Formel gerechnete Wert
gibt stärkere Ausmaße, als mit Rücksicht auf
die Inanspruchnahme durch den Dampfdruck
erforderlich wäre. Man wählt jedoch diese
größere Stärke, um innen abgenutzte oder
um rund laufende D. wieder durch Ausbohren
in einen gebrauchsfähigen Zustand zu setzen.
D. Das Material der D. ist Gußeisen. Das
zu verwendende Roheisen soll hart und im
frischen Bruch tiefgrau und großkörnig sein.
Die Herstellung der Gußformen geschieht in der
Regel nach Modell in Kasten und weicht von
sonst üblichen Formmethoden nicht ab. Der
Guß soll stehend mit Einlauf von unten er-
folgen und zur Erzielung eines dichten Gusses
ein sog. verlorener Kopf, d. h. eine später
abzuschneidende Verlängerung des Zylinders
angegossen werden. Langsame Erkaltung des
Gusses ist für dessen Güte und Festigkeit von
großem Belang.
Die Fertigste! 1 ungsarb eiten beziehen
sich auf Herstellung der Bohrung, Bearbeiten
der sämtlichen Flanschen des Schieberspiegels
und der Kanaleingänge. Die Bohrung muß
durchaus zylindrisch, von überall gleichem
Durchmesser sein und wird auf besonderen Zylin-
derbohrmaschinen (vgl. Bohrapparate) meistens
in wagrechter Anordnung, zuweilen auch auf
gewöhnlichen Drehbänken hergestellt; auf der-
selben Maschine werden die Flanschen für die
Befestigung der Zylinderdeckel bearbeitet. An
den zylindrisch gebohrten Teil schließt sich
nach hinten ein kurzes, erweitertes zylin-
drisches Stück, nach vorne ein solches mit
einem kegelförmigen Übergang — die sog. Vor-
bohrung — an; der Zweck des kegelförmigen
Stücks ist, das Einbringen des Kolbens zu er-
leichtern, der Zweck der Vorbohrung überhaupt:
den Kolben am Ende seines Hubs jedesmal
teilweise in die Zylindererweiterung eintreten,
ihn überschleifen zu lassen, damit bei etwaigem
Verschleiß des Zylinders die Bohrung innerhalb
der Grenzen des Hubs nicht weiter wird als an
den Enden, wodurch sowohl das Herausnehmen
des Kolbens als auch bei vorkommenden Ver-
änderungen der Trieb- und Kolbenstangenlänge
ein Anstoßen der Kolbenringe an den gebildeten
Grat erfolgen könnte.

Literatur; Heusinger v. Waldegg, Handbuch
für spezielle Eisenbahntechnik, 3. Band (Lokomotiv-
bau), Kapitel VIII: Konstruktion der Dampfzylinder
u. s. w., Leipzig 1882; Eis. T. d. G. II. Aufl. 1907;
Jahn, im Handb. d. Eisenbahnmaschinenwesens (von
Stockert) S. 209. Berlin 1908.
Darjeeling-Himalaya-Eisenbahn, 82 km
lange, mit Dampflokomotiven betriebene Schmal-


spurbahn (mit einer Spurweite von 61c/// —
2' engl.) zur Verbindung des Ortes Siliguri
mit dem auf einer Flöhe von 2185/// über
dem Meere gelegenen Höhenkurort Darjeeling
in der britisch-indischen Provinz Bengalen.
Die Bedeutung der Bahn liegt in der Er-
I Schließung des großartigen Gebirgspanoramas
des Himalaya für Touristen und eines der
wichtigsten Luftkurorte für die in den heißen
Ebenen Vorderindiens beständig von dem Fie-
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