Röll, Victor von [Editor]
Enzyklopädie des Eisenbahnwesens: herausgegeben von Dr. Freiherr v. Röll (Dritter Band): Braunschweigische Eisenbahnen - Eilgut — Berlin, Wien, 1912

Page: 262
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Dar] ee! i n g- rl i m a 1 ay a- Eise n ba li n.
windet und nun beständig von der Bahn ge-
kreuzt wird.
Der Unterbau weist eine Reihe von Kunst-
bauten auf. Der Oberbau besteht aus Breitfuß-
schienen von 35 kg/m Gewicht auf hölzernen
Querschwellen. Die Bahnhöfe haben einfache
Fmpfangsgebäude und z. T. Kreuzungsgleise,
von denen einige zur Ersparung von Stations- ;
länge nur einseitig angeschlossen sind.
Die zweiachsigen Wagen, die aus Abb. 235 '
ersichtlich sind, haben eine Gesamtlänge von !

Davosplatz-Schatzalp-Bahn.
behälter bergen jeder das nötige Speisewasser und
der hintere auch die Kohlen. Außerdem sind noch
unter dem Kessel Wasserbehälter angebracht. Die
Einrichtung ist so getroffen, daß die im Verlaufe
der Fahrt stattfindende Entnahme von Wasser und
Kohlen in keiner Weise das gesamte Gleichgewicht
stört. Bei den Versuchsfahrten in der Fabrik zeigte
die Lokomotive mit den verschiedensten Geschwindig-
keiten auffallend ruhigen Gang.
Die Fahrgeschwindigkeit beträgt 14 bis
19 km/Std., die Reisegeschwindigkeit etwa
12 km/Sid. Die Fahrt von Calcutta nach Dar-
jeeling nimmt etwa 20 Stunden in Anspruch.


Abb. 236. Ansicht der Garrattschen Krümnningslokomotive.
(Ausführung: Lokomotivfabrik Bever, Peacock & Co., Manchester.)

nur 3 /// und einen Achsstand von F05 m.
Für die Personenbeförderung sind drei Klassen
vorhanden, von denen die erste und zweite
fast nur von Europäern, die dritte ausschließlich
von Eingeborenen benutzt wird. Die Wagen
sind als Aussichtswagen offen. Die Lokomotiven
wiegen 12 und 14/und sind im stände, einen
Zug von 50 / Gewicht zu befördern.
In letzter Zeit wurden auf der D. neue von
Garratt entworfene und von der Lokomotiv-
fabrik Bever, Peacock & Co. in Manchester
gebaute Lokomotiven in Betrieb genommen,
die sich vermöge ihrer besonderen Bauart
für das Durchfahren der scharfen Krümmungen
in hervorragender Weise geeignet erwiesen
haben.
Wie Abb. 236 erkennen läßt, besteht die Garratt-
Lokomotive aus drei Hauptteilen, von denen der
mittlere den Dampfkessel trägt. Das Neue der An-
ordnung besteht darin, daß dieser Kesselteil überhaupt
keine Räder hat, sondern wie eine Sänfte von dem
Vorder- und Hinterteil getragen wird. Diese beiden
mit Achsen versehenen Teile vereinen in sich je
eine Dampfmaschine und einen Tender. Jeder Teil
hat eine Treib- und eine Tragachse. Die Treibachse
wird von dem Dampfzylinder aus angetrieben. Genau
über ihrer Mitte ruht der Drehzapfen für das Sänften-
gestell des Kessels. Auf diese Weise wird das Gewicht
des schweren Kesselteiles nutzbringend für die
Schienenhaftkraft verwendet und kommt in seiner
ganzen Größe zur Ausnutzung. Die beiden Tender-

Die Fahrpreise sind mit 31, 15 und 4*5 Pi./km
wesentlich, höher als die sonst bei den indischen
Eisenbahnen üblichen Einheitspreise.
Literatur: Ztschr. f. Kleinb. 1897. S. 354 und
1904. S. -714. Giese.
Davosplatz-Schatzalp-Balm (Schweiz).
Elektrische Drahtseilbahn mit Jahresbetrieb, er-
öffnet am 25. Dezember 1899. Länge der Bahn
wagrecht 650///, schief gemessen 718 m, Betriebs-
länge 640///, Höchststeigung 47*39 % , Höhen-
lage der oberen Station 1861*7 m ü. M., der
unteren 1560*9/// ü.M. Die D. hat Meterspur
und besitzt eine eigene Gleichstromzentrale, ein
Bahnrestaurant auf Schatzalp und die Schatzalp-
straße (Alte Schlittbahn). Der seit etwa 50
Jahren bestehende Kurort Davos im Kanton
Graubünden genießt großes Ansehen und hat
sich auch als Wintersportplatz einen hervor-
ragenden Rang erworben. Die Schatzalp bil-
dete stets ein beliebtes Endziel der Ausflüge
der Touristen, und als daselbst ein Sanatorium
gebaut wurde, erfolgte auch bald der Bau
der Bahn.
Nach einer kurzen Anfangssteigung von 36%
beginnt die konstante Höchststeigung. Die
Bahnrichtung erhält im oberen Teil eine kleine
Ablenkung mittels eines kurzen Bogens von
300 in Halbmesser.
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